Das Tomatenexperiment 2015

Seit Juni 2015 habe ich in diesem Blog immer wieder über den aktuellen Stand meiner Tomaten-Pflanzen berichtet. Nun liegt das Tomatenjahr hinter uns: Mir, dem Gärtner und Dir, der Leserin /  dem Leser. Hier habe ich nun alle Erlebnisse des Jahres in einen beitrag gefasst. Eine Chance in der „gartenarmen“ Jahreszeit das Erlebte noch einmal Revue passieren zu lassen.

In diesem Jahr habe ich mich für folgende Tomatensorten entschieden. Im Laufe des Jahres werde ich in dieser Rubrik immer wieder über den aktuellen Stand mit den verschiedenen Sorten und Standorten berichten.

Wild- & Busch-Tomate: Rote Murmel, Sweet Pea
Salat-Tomate: Rote Zora, Subarctic Plenty
Cocktail-Tomate: Celsior
Marktomate: Rio Grande
Kirsch-Tomate: Tomatoberry

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Sämlinge

Die Tomaten aus den Sämlingshäusern müssen dringend umgesetzt werden. Ich habe das zu lange schleifen lassen. Auch Pflege haben sie zu wenig bekommen. Nun ist es höchst oder schon fast die letzte Zeit ihnen neue Töpfe und mehr Pflege zukommen zu lassen.

In den letzten Jahren, habe ich die Sämlinge zuerst in Plastikschalen aus 10 aneinanderhängenden Töpfen, so wie im Supermarkt die Stiefmütterchen und Lobelien verkauft werden, gesetzt. Das Umsetzen in dieser „10-er Trays“ entfällt wohl in diesem Jahr. Die Sämlinge sind schon so groß, dass sie gleich etwas Richtiges brauchen. Das ist zwar für heute mehr Arbeit, aber dann muss ich die Pflanzen nicht in einer Woche nocheinmal umsetzen. Ich denke, das ist auch der bessere Weg.

Nach zwei Stunden sind alle Pflanzen in neuen Töpfen. Die meisten hängen allerdings ziemlich vertrocknet über den Rand des Topfes. Ich stelle die Töpfe auf Untersetzer, die eigentlich für Terrassenkübel gedacht sind (40 × 100 cm). Auf diese Weise kann ich sie gut gießen und nach 2 Tagen haben sich alle deutlich berappelt.

Verkauf & Zukunftsgedanken

Um in irgendeine Art von Vermarktung einzusteigen, habe ich von jeder Sorte Pflanzen zu wenige. Vieles ist – zumindest in diesem Jahr – auch zu spät und zu zögerlich herangezogen. Wenn ich Anfang Mai, zu den Eisheiligen, mit dem Verkauf von Tomaten starten will, dann müssen die Pflanzen jetzt kräftig und groß sein und nicht so zart oder teilweise sogar gakelig wie bei mir. Auch muss ich vielleicht noch klarer Eingrenzungen vornehmen. Ich bin keine Gärtnerei, für die eine Sorte erst bei 500 Stück anfängt. Meine Fensterbank ist begrenzt und dort müssen alle Sorten Platz finden. Das nehme ich mir als Aufgabe für das das nächste Jahr vor: Welche Sorten und Mengen lassen sich mit meinen Randbedingen aussäen und aufziehen?

Den Verkauf auf dem Marktplatz lasse ich in diesem Jahr, trotz der guten Erfahrungen aus dem letzten Jahr, ausfallen. Aber ins Büro nehme ich wieder eine Kiste von Pflanzen mit. Wie im letzten Jahr läuft der Verkauf dort gut. Besonders die Balkon-Tomaten werden, wie erhofft, gut angenommen, da viele der Kollegen keinen Garten haben.

Insgesamt erziele ich 30 Euro. Das ist kein Vermögen, aber ich kann davon ein Sämlingshaus und drei Packungen Schaschlik-Spieße (zum Anbinden der Pflanzen nach dem ersten Umtopfen) oder sogar fast den Handspaten, den ich nach langem Suchen entdeckt habe, kaufen.

 

Der Ernst des Tomatenlebens

Mit zahlreichen guten Vorsätzen, felsenfesten Entschlüssen und einigen echten Erfahrungen aus dem letzten Jahr, bin ich im März in das neue Tomatenjahr gestartet. Eine – immer noch viel zu lange – Liste an Tomatensorten ist ausgesät, aufgepäppelt und zwei Mal umgetopft. Heute nun beginnt der Ernst des Tomatenlebens: Der Weg in den Garten. Mangels Gewächshaus müssen sowohl die Tomaten als auch ich mit dem zurechtkommen, was der Garten zu bieten hat: Die sonnige und recht regengeschützte Giebelseite des Hauses und ein Freilandbeet. Als absolutes Experiment werde ich einige Tomaten an der Ostseite des Hauses in Töpfen aufstellen. Die Stelle ist so trocken, dass dort nicht einmal Unkraut gedeiht und kommt daher ohne Regenschutz aus. Die Frage ist, ob es sonnig genug ist, da die Sonne am frühen Nachmittag hinter dem Haus verschwindet. Aber nun gut, das werde ich im einigen Wochen wissen. Heute gilt es die Eisheiligen zu verabschieden und das Freiland-Gartenjahr zu begrüßen!

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Rote Zora, Tomatoberry und Celsior

Die besten Plätze bekommen die Lieblings-Sorte des letzten Jahres und der Hoffnungsträger für dieses Jahr: Tomatoberry und Rote Zora. Sie kommen in die „Tomatenkiste“, eine Art Hochbeet für Tomaten an der sonnigen Giebelseite des Hauses.

Daneben, mit leichtem Handikap (die Kiste bieten den Wurzeln mehr Platz und den Tomatenstangen besseren Halt), der Spät-Starter des Letzten Jahres: Celsior. In der ersten Hälfte der Tomatensaison wuchs sie nur vor sich hin, aber als alle anderen schon aufgegeben hatten, war Celsior plötzlich ein verlässlicher Tomaten-Lieferant.

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Rio Grande und Sweet Pea

Es ist nie so recht klar, wie viele Samenkörner man braucht, um hinterher die richtige Anzahl an Pflanzen zu bekommen. Es gehen nicht alle Samen auf oder die Pflänzlein werden nichts. Damit ich auf jeden Fall genug Pflanzen habe, säe ich also mehr Samen aus, als ich Pflanzen brauche. Nachdem sich die Sämlinge aber wunderbar entwickelt haben, habe ich nun das „Problem“ viel mehr Pflanzen zu haben, als ich in der Tomatenkiste und im Freiland „Stellplätze“ für Tomaten habe. Im letzten Jahr habe ich einige Kübel auf den überdachten Balkon gestellt, aber das war nur eine mittelmäßige Lösung.

So schleiche ich also schon seit Tagen ums Haus und durch den Garten um noch einen Ort zu finden, an dem ich Tomaten in Kübeln oder gar im Freiland pflanzen könnte. Heute habe ich den gesuchten Platz per Zufall entdeckt. Tomaten brauchen ja nicht nur Sonne, sie brauchen auch „kein Regen“. Der Platz neben den Regentonnen ist so trocken, dass dort nicht einmal Unkraut wächst. Dort kommen also die restlichen Tomaten in hin: 6 Kübel mit Rio Grande und Sweet Pea. Eine Mark-Tomate für hoffentlich reichhaltige Ernte und große Mengen eigener Tomaten-Soße und eine Wild-Tomate mit Früchten, die noch kleiner sind als bei Kirsch-Tomaten aber dafür sehr zahlreich sein sollen.

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Rote Zora & Rote Murmel im Freiland

Freiland, tja, das ist so etwas wie die Königsdisziplin der Tomatengärtner. Es gibt immer wieder Tomatensorten, die als „krautfäuleresistent“ (wer oder was das auch immer ist :-) ) beschrieben werden oder „freilandgeeignet“. Was solcherlei Prädikate wert sind, weiß man erst am Ende der Saison. Im letzten Jahr habe ich es mit Cerise probiert und sie hat auch recht lange tapfer dem Wetter getrotzt. Leider hat sie sich außerdem hauptsächlich mit „Wachstum in die Höhe“ beschäftigt und weniger mit „Tomatenproduktion“. Daher war die Pflanze dann deutlich über 2 Meter hoch, aber die Ernte blieb eher spärlich.

In diesem Jahr also ein neuer Anlauf mit Roter Zora (freilandtaugliche Salat-Tomate) und Roter Murmel (Wildtomate). Die Rote Zora habe ich auch im Tomaten-Hochbeet und kann gut vergleichen, was der Regenschutz und die Wärme der Hauswand für Wachstum und Erntemenge bedeuten. Wildtomaten verkraften das Freiland generell am besten. Sie neigen dazu buschig zu werden und zahlreiche Seitentriebe auszubilden, die bei dieser Sorte auch sein dürfen.

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Tomatenversteck

Vor zwei Jahren habe ich am Straßenrand eine Wegwarte ausgegraben und bei mir im Garten angesiedelt. Mittlerweile beginnen die Wegwarten sich auszubreiten. Solange sie im Frühjahr noch sehr niedrig sind, sehen die Pflanzen dem Löwenzahn sehr ähnlich, aber nun gleichen sie eher einer Horde „Halbstarker“, die am liebsten lautstark durch den Garten ziehen würde – wenn sie nicht festgewachsen wären. Zur Zeit sind sie deutlich höher als die dahinter stehenden Tomaten in ihren Töpfen. Ich bin gespannt, wie sich diese Stelle des Gartens im Laufe des Jahres entwickelt. Werde ich vor lauter Wegwarten noch zu den Tomaten durchdringen?

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Nebenschauplatz

Die Tomaten sind mein wichtigstes Thema für dieses Jahr. Doch kaum bin ich Garten und will „gerade nur eben“ die Tomaten gießen oder hochbinden, stelle ich fest wie viele andere Dinge auch noch getan werden wollen. Aus allen Ecken springt es mich förmlich an „Komm hierher!“, Kümmere Dich um mich!“. Da ist das Regenfass, das angeschlossen werden muss oder die verblühte Akelei, die ich schneiden muss, damit sie sich nicht zu weit verbreitet. Während des Schreibens wird mir klar, dass es auch das Gegenteil gibt, wenn der Giersch unter der Hecke hervorwuchert und er dabei gerne unentdeckt bliebe. All diese Dinge gehören nicht wirklich zur Pflege der Tomaten, aber sie gehören eben auch zu einem Garten, in dem Tomaten wachsen. So greifen all diese Kleinigkeiten ineinander und erst wenn ich diese auch mit erledige, habe ich einen Garten, der einen guten Platz für meine Tomaten bietet.

Heute habe ich mir einen dieser Nebenschauplätze vorgenommen und das Unkraut aus den Ritzen des Weges gekratzt, bevor die Steinplatten völlig überwuchert sind. Im Andenken an Peter Lustig und seine Kindersendung Löwenzahn habe ich einen Sitzwegerich (auch wenn es kein Löwenzahn ist :-) gewähren lassen.

Spitzwegerich hilft sehr gut gegen Mückenstiche oder man kann ihn auch in den Salat mischen. Gegen Mückenstiche drückt und quetscht man en Blatt Spitzwegerich so lange, bis man etwas grünen Saft hat und streicht diesen Saft zusammen mit dem zerquetschten Blatt auf den Mückenstich. Als Salat muss man den Spitzwegerich recht fein schneiden, da er durch seine Längsrillen sehr fest ist und man deutlich mehr darauf herum kauen muss als auf einem Blatt Kopfsalat.

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Wachsen und warten

Die Tomaten wachsen vor sich hin. Ansonsten passiert gerade recht wenig. Die Pflanzen haben sowohl die Trockenheit der letzten Wochen als auch drei Tage Dauerregen gut überstanden. Alle paar Tage breche ich die Seitentriebe aus und verlege die Anbindung ein Stück weiter nach oben.

In der Tomatenkiste habe ich nun eine Querstange angebracht, da beide Sorten (Rote Zora und Tomatoberry) jetzt zwei Haupttriebe ausbilden. So lange es nur 2 sind und sie sich gut anbinden lassen, werde ich die Pflanzen so wachsen lassen. Ich muss nur aufpassen, dass sie nicht zu sehr verwuchern.

In der Tomatenkiste haben sich überraschenderweise die Tomaten vom letzten Jahr selbst ausgesät. Trotz Frost und ohne irgendwelche Pflege wachsen dort plötzlich weitere Tomatenpflänzchen. Ich bin überrascht wie winterhart die Samen und Pflanzen dann wohl doch sind. Vielleicht werde ich das im nächsten Jahr einfach einmal ausprobieren und einige Pflanzen deutlich früher säen und pflanzen und schauen, was passiert wenn sie leichten Frost bekommen.

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Die erste (grüne) Tomate

Es ist soweit, die Ernte ist in Sicht! Es mag ein klein wenig übertrieben klingen, bei drei kleinen grünen Tomaten schon von „Ernte“ zu sprechen, aber ich freue mich einfach darüber, dass ein Pflänzlein, das ich selbst aufgezogen habe nun dabei ist echte Früchte zu produzieren. Ich denke, dass dies auch ein erheblicher Teil der Faszination des Themas Selbstversorgung ausmacht: Man ist mit seinem Tun wieder ein Teil eines Miteinanders, des Kreislaufs der Natur und die Dinge, die man im Februar getan haben eine sichtbare Auswirkung. Jetzt, über 4 Monate nach der Aussaat, hat sich eine Pflanze entwickelt, die blüht und gedeiht und bald kann ich selbst produzierte Tomaten ernten.

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Tomatenunfall!!!

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Im liebevoll verwilderten Garten des völlig unbekannten Tomatengärtners U aus H hat sich heute Nachmittag ein tragischer Tomatenunfall ereignet. Aufgrund der guten Pflege, waren die Wildtomaten erneut gewachsen und bedurften einer höheren Anbindung. Dabei brach auf unerklärliche Weise der Haupttrieb der hoffnungsvollen Tomate Sweet Pea ab.

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So ganz unerklärlich ist der Unfall, dann wohl doch nicht. Es ist einfach schwierig eine bereits 1,50 Meter hohe Pflanze so um die Spiralstange zu winden, dass sie ein Stück weiter oben wieder fest angebunden werden kann. Dabei ist mir der Haupttrieb leider abgebrochen. Noch vor ein paarTagen habe ich gelesen, dass die ausgegeizten Triebe Wurzeln bilden, wenn man sie eintopft. Dabei habe ich mich gefragt, wer denn jetzt im Juli noch weitere und winzig kleine Tomatenpflanzen gebrauchen kann.

Ich habe zwar wenig Hoffnung, dass man einen 50 Zentimeter hohen, kräftigen Trieb mit Blättern und Blüten ebenso behandeln kann wie einen 5 Zentimeter großen Geiz-Trieb, aber ich probiere es einfach aus. Ich habe in verschiedenen Fällen in diesem Jahr festgestellt, wie hart im Nehmen Tomatenpflanzen sein können und vielleicht funktioniert es ja.

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Die Tomaten werden erwachsen

Bisher ist es ein gutes Tomatenjahr. Die Pflanzen sind groß und kräftig geworden und alle haben grüne Früchte. Mittlerweile haben alle Pflanzen zwei Haupttriebe entwickelt. Im Gegensatz zu den kleinen Austrieben an den Blattansätzen (Geiztriebe), die ich immer abbreche (ausgeize), hat sich nun der Haupttrieb verzweigt. So lange die Pflanzen nicht zu verworren wachsen und genug Platz ist, lasse ich diese Verzweigung so. Bei den Wildtomaten gehört das sogar zum normalen Wuchs der Pflanze dazu und die Herausforderung besteht darin, mit den vielen Verzweigungen irgendwie zurecht zu kommen.

Jetzt sind auch die Unterschiede gut zu erkennen. Rio Grande (Marktomate) hat recht breite Blätter, kräftige und längliche Früchte und die Pflanzen sind knapp 1,5 Meter hoch. Der Platz an der östlichen Ecke des Hauses hat sich als gut geeignet erwiesen und ich bin froh kein Gewächshaus oder Tomatenhaus auf den Rasen gestellt zu haben.

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Tomatoberry war im letzten Jahr die Lieblingssorte. Sie bildet lange Rispen mit kleinen und sehr aromatischen Tomaten. Sie sehen ziemlich genau so aus, wie die länglichen Packungen im Supermarkt, die meist als einzige abends noch vorrätig sind, weil sie so absurd teuer sind. Ich werde wohl nicht genug Tomaten produzieren, dass ich sie verkaufen könnte, aber der Geschmack ist herrlich und die Größe für den Salat genau richtig: Ein Mal durchschneiden oder auch als Ganzes in die Schüssel werfen, fertig!

Der Platz in der Tomatenkiste behagt ihnen und sie haben bereits das Ende der Spiral-Stäbe erreicht. Ich werde darüber nachdenken müssen, sie entweder zu kappen oder die Stangen irgendwie zu verlängern. Der Topf in der rechten Ecke ist ein Basilikum, der sich hinter den Tomaten versteckt. Die Tomatenpflanzen wachsen direkt in der Kiste.

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Die Rote Zora im Freiland ist nun schon fast 2 Meter hoch und ich habe eine Querstange an das Tomatengerüst montiert, um den zweiten Haupttrieb festbinden zu können. Seit den Eisheiligen hat es hier kaum noch geregnet, so dass der Standort im Freien in diesem Jahr kein Problem ist. Einige grüne Früchte sind bereits vorhanden. Ich frage mich langsam, ob diese Sorte all ihre Kraft in die Höhe steckt.

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Ein Regentag

Für den Gärtner sind gelegentliche Regentage ein Segen. Erstens muss ich nicht gießen und zweitens bekomme ich einen Tag, an dem ich in aller Ruhe die Gedanken sortieren und neue Erfahrungen notieren kann oder auch zurückliegendes in eine gute Form bringen kann. Während ich also noch auf die erste rote Tomate warte und der Regen mir den Weg in den Garten versperrt, nutze ich die Zeit, um die Tomatenerlebnisse des letzten Jahres zu verarbeiten. Unter „Geschichten“ Mein Jahr der Tomate (2014) gibt es meine Erlebnisse vom letzten Jahr. Viel Spaß beim Lesen!

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Zwischenbilanz

Auch wenn es immer noch keine roten Tomaten gibt, entwickeln sich alle Pflanzen sehr gut. Das ist wohl der rechte Moment für eine Zwischenbilanz: Das Wachstum ist abgeschlossen und die Kräutfäule hat noch nichts dahin gerafft.

Tomatenkiste

Tomatoberry:

Die Pflanzen sind recht hoch geworden ( = wüchsig), sie hat sich in drei Haupttriebe verzweigt und zahlreiche Rispen mit vielen kleinen Früchten.

Rote Zora (Kiste + Freiland):

Ein echter Riese. Im Freiland noch höher als in der Tomatenkiste und mittlerweile über 2 Meter hoch. Die ersten Fruchtansätze gibt es erst in 80 Cm Höhe. In der Tomatenkiste werde ich im nächsten Jahr einige Pflanzen der Topftomate Tombling Tom an die „Füße“ der roten Zora setzen.

Rote Zora

Celsior (Kübel):

Eine kräftige Pflanze, viel gedrungener als die langgestreckte Zora.

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Rote Murmel (Freiland)

Im Freiland habe ich die Rote Zora und die Rote Murmel. Größer kann der Unterchied zwischen zwei Tomaten kaum sein. Während sich die eine in die Höhe reckt und dabei kräftige Seitentriebe ausbildet ist die andere (Rote Murmel) eine halbhohe (1,50 Meter) filigrane Pflanze mit vielen kleinen Früchten.

Subarctic Plenty:

Im letzten Jahr hat sich diese Sorte als einzige auf dem Balkon behaupten können. Sie war zwar ganz und gar nicht früh, sondern eher so spät wie Celsior, aber dafür verlässlich. Die Pflanzen sind mittelhoch und eher gedrungen und kräftig, aber mittlerweile haben sie einige grüne Tomaten und wenn sie auch nicht die ersten sein werden, so werden sie doch irgendwann rot werden.

Subarctic Plenty

Rio Grande:

Von den Stabtomaten sind Rio Grande die kleinsten Pflanzen. Sie haben mittlerweile eine Reihe von grünen Tomaten und ich bin gespannt, wie die Tomatensoße aus selbstangebauten Mark-Tomaten schmecken wird.

Rio Grande

Sweet Pea:

Sweet Pea ist eine Wildtomate aus dem Lehrbuch. Wild verzweigt und zahllose Blüten und winzige Tomaten.

 

 

Sweet Pea

TE-2015_12g - Sweet Pea

 

Überlebenskünstler

Wenn ich die verschiedensten Anleitungen lese, wann Tomaten ins Freie dürfen und wie sie einerseits vor Frost und andererseits vor Sonnenstrahlen zu schützen sind, dann verbinde ich Tomaten sofort mit Begriffen wie „heikel“, „empfindlich“ oder „divenhaft“. In diesem Jahr hat mir mein Garten das deutliche Gegenteil davon gezeigt.

Oberhalb meiner „Tomatenkiste“ standen im letzten Jahr Topf-Tomaten Tumbling Tom und Tiny Tim. Beide entwickelten sich sehr gut, aber der Platz war unpraktisch, so dass ich keine Topf-Tomaten mehr habe. Also ich dachte wenigsten, ich hätte keine. Denn ohne irgendeine Unterstützung haben wohl einige im letzten Jahr herabgefallenen Tomaten sich zu kräftigen Pflanzen entwickelt und tragen nun genauso Früchte wie die sorgsam gehüteten Pflanzen, die ich in diesem Jahr neu gezogen habe.

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Noch beeindruckender finde ich dass dies auch im Freiland funktioniert. Dort sind mehrere Pflanzen Cerise (rot) einfach so für sich selbst gewachsen. Zuerst habe ich es gar nicht bemerkt, da in diesem Beet eigentlich Zucchini stehen. Die Zucchini entwickeln sich gut und überwuchern mit ihren kräftigen Blättern das gesamt Beet. Dazwischen haben sich nun zwei Tomate aus dem letzten Jahr hindurchgeschlängelt. Sie sind zwar deutlich niedriger und zarter als die neu gesetzten Pflanzen, aber dafür haben sie den Frost im Winter überlebt und haben nach den Eisheiligen – oder wann auch immer – einfach mal beschlossen jetzt zu keimen und auszutreiben. Sehr beachtlich! Die Tomaten sind wohl einfach nur später, wenn sie mit dem Frost konkurrieren müssen.

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Der dritte Überlebenskünstler ist ein Trieb der Wildtomate Sweet Pea. Der 50 Zentimeter hohe (oder lange?) Trieb hatte bereits Blüten und brach beim Anbinden ab.

Ich habe den Trieb ohne jegliche Wurzeln in einen großen Topf mit Erde gesetzt, angebunden und ständig gut mit Wasser versorgt. Die ersten zwei Tage wirkte er noch völlig frisch und vermisste den Rest der Pflanze wohl noch nicht. Danach hing er für etwa eine Woche relativ schlapp, aber ohne völlig zu verwelken. Inzwischen wächst und gedeiht der Trieb als eigene Pflanze und hat nun seinerseits wieder Seitentriebe.

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Die erste Ernte

Auch wenn es noch wenige Tomaten sind, so kann ich doch heute zum ersten Mal für dieses Jahr von einer Ernte sprechen:

Sweet Pea hat eine ganze Traube winziger roter Tomaten. Sie sind 1 bis 2 Zentimeter im Durchmesser und schmecken sehr lecker.

Tomatoberry waren im letzten Jahr die beste Sorte und sind auch in diesem Jahr wieder sehr aromatisch und zahlreich. Leider ist es eine schlecht keimende F1-Hybride, ich kann sie also nicht selbst vermehren.

Rio Grande hat als erste Stabtomate rote Früchte. Alle anderen Sorten inklusive der „superfrühen“ Subarctic Plenty

Als ich mich heute über meine ersten Tomaten gefreut habe und traurig war, dass die Mauersegler schon wieder in den Süden geflogen sind, ist mir die erste eigene (Bauern-)Garten-Regel eingefallen.

Ist der Himmel still und leer
Kommen die Tomaten endlich her

Ich pendele physisch und mental zwischen dem Computer (für den nächsten Blog-Beitrag), dem Garten (irgendwo muss das ja alles wachsen, was ich so beschreibe) und dem Bürojob (den habe ich um mir den Computer und die selbstgezogenen Tomaten leisten zu können) und zwischen diesen drei Welten gehen durchaus manches Mal so banale Dinge, wie Wochentage oder Datumsangaben verloren. Ich kann nun viel besser verstehen, wie die Bauern zu früheren Zeiten aus den Begebenheiten ihrer Arbeit Merksätze formuliert haben.

Jeder, der besser reimen kann als ich, ist gerne eingeladen per Kommentar oder eMail einen gelungeneren Reim auf den Beginn der Tomatenernte nach Abreise der Mauersegler zu machen!

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Tomatensommer

Heute gibt es ein Sommer-Picknick ganz im Zeichen der Tomate. Dazu noch angebratene Zucchini-Scheiben, ofenwarmes Ciabatta, Mozarella und dunklen Rotwein. Es darf einfach sein!

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Reiche Ernte!

Das warme und trockene Wetter hat den Tomaten gut getan. Außerdem habe ich in diesem Jahr für alle Sorten die richtigen Standorte gewählt. Der neue Platz für Tomaten-Kübel an der Hauswand ist eine richtige Entdeckung: Es ist dort so trocken, dass nicht einmal „Unkraut“ wächst. Ich muss zwar viel Gießen, aber die Tomaten bekommen auch ohne Regendach keine Nässe von oben.

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Hier ein kurzer Überblick, wie es meinen Pflanzen bisher ergangen ist.

  • Rote Zora: Länglich-spitze Früchte in pink-rot. Trägt gut. Sowohl in der Tomaten-Kiste als auch im Freiland.
  • Tomatoberry: Zahlreiche kleine Tomaten an langen Rispen. Weiterhin meine Lieblingssporte.
  • Celsior: Nicht so hoch wie Zora, aber trotzdem wüchsig und viele kleine Früchte.
  • Tumbling Tom: War gar nicht im Programm. Die Sorte hat sich aus Pflazen/früchten vom letzten Jahr selbst ausgesät und ist gut geworden.
  • Rote Murmel: Ein toller Versuch. Eine filigrane Pflanze, die sich im Freiland gut behauptet hat. Die Früchte sind recht klein, aber das ist bei einer Wild-Tomate jetzt nicht wirklich überraschend.
  • Cerise (rot): Hat sich auch selbst ausgesät. Ist also echt widerstandfähig! Kleine Früchte, wie im letzten Jahr.
  • Rio Grande: Dieses Jahr ein richtiger Erfolg. Viele Früchte. Toll für Soße!
  • Sweet Pea: Übersät mit winzigen Tomaten.
  • Subarctic Plenty: Müht sich redlich, aber keine besonderen Qualitäten.

Geschmacklich gibt es durchaus Unterschiede, aber alle Sorten schmecken durchweg besser als im Supermarkt gekaufte Tomaten. Daher möchte ich gar nicht so sehr nach den einzelnen Sorten unterscheiden, sondern eher nach großen und kleinen Tomaten.

Von den „Großen“ (Rote Zora, Rio Grande, Subarctic Plenty) sind zwei ein Erfolg. Subarctic Plenty ist in meinem Garten die schwächste der drei. Bei den „Kleinen“ (Tomatoberry, Tumbling Tom, Rote Murmel, Cerise-rot, Celsior Sweet Pea) werde ich mich im nächsten Jahr auf zwei Sorten beschränken. Die Tomaten sind lustig anzusehen und reifen als erste, aber selbst bei 10 oder 20 Stück hat man noch kein Abendessen zusammen. Ich habe einfach zu wenig Platz, um „Vielfalt“ zu meinem Leitmotiv für den Anbau zu machen. Wenn ich also neben den Tomaten auch noch Zucchini und Aronia anbauen möchte muss ich die Plätze aufteilen. Wie ich das genau mache, werde ich mir dann spätestens im nächsten Frühjahr überlegen.

 

Tomatenbilanz 1: Die Sorten

Mittlerweile habe ich 2 Jahre und über ein Dutzend Tomatensorten an Erfahrung, was in meinem Garten funktioniert und was nicht. Wenn „aller guten Dinge drei sind“, dann wird das nächste Jahr dann mein Meister-Jahr in Sachen Tomaten-Garten. Für dieses Jahr ist es nun an der Zeit, die Ergebnisse zusammen zu fassen und die Lehren für das nächste Jahr daraus zu ziehen. In Folge 1 möchte ich die verschiedenen Sorten vorstellen:

Salat-Tomaten: Rote Zora, Subarctic Plenty:

Rote Zora:

Rote Zora ist ein echter Riese geworden. Im Freiland sogar noch höher als an der geschützten Hauswand. An beiden Standorten hat sie in diesem Jahr eine verlässliche Ernte geliefert. Die Früchte sind länglich, in einem pink-rot und sehr wohlschmeckend.

Subarctic Plenty:

Wie im letzten Jahr ist diese Sorte in meinem Garten die späteste. Die Beschreibung, dass Subartic plenty eine besonders kurze Vegetationsdauer hat, und daher auch in nördlichen Regionen mit einem kurzen Sommer fruchtet, stimmt also nicht. Wenn die Früchte dann endlich rot werden, ist Subsarctic plenty allerdings wirklich verlässlich. Sowohl im letzten Jahr auf dem Balkon als auch in diesem Jahr an der Hauswand. Die Pflanzen sind mittelhoch und eher gedrungen und kräftig. Ich habe den Eindruck, dass die Pflanzen auch mit mittelmäßigen Bedingungen gut zurechtkommen.

Mark-Tomate: Rio Grande:

Die Mark-Tomaten sind in Geschmack und Konsistenz deutlich anders als die Salat-Tomaten. Natürlich kann man auch die Mark-Tomaten in den Salat schnippeln, aber für die Soße sind sie wirklich eine Pracht.

„Kleine“ Tomaten: Cocktail- / Kirsch- / Wild-Tomate

Alle kleinen Tomaten haben sich gut entwickelt. Es ist auch einfach ein richtig gutes Tomaten-Jahr.

Celsior: Mittel bis spät und verlässlich.

Tomatoberry: Von den Kleinen die größten Früchte. Auf langen Rispen. Sehr aromatisch. Diese Sorte werde ich im nächsten Jahr wieder anbauen.

Rote Murmel: Eine filigrane Pflanze, die auch recht niedrig bleibt. Sie liefert weniger Früchte als Celsior, aber dafür sind sie größer.

Sweet Pea: Eine Wildtomate aus dem Lehrbuch. Wild verzweigt und zahllose Blüten und winzige Tomaten. Es ist eine Freude, die Pflanze anzusehen. Die Ernte dagegen ist mühsam. Meist schneide ich einer der „Trauben“ ganz ab und picke die einzelnen „Tomätchen“ – sie sind wirklich kaum größer als eine Erbse –in der Küche ab.

Fazit:

In den letzten beiden Jahren habe ich viel über Tomaten gelernt. Ich bin froh, so viele Sorten ausprobiert zu haben und kann nun die Beschreibungen der Verkäufer oder anderer Tomaten-Blogs mit dem Wachstum in meinem Garten vergleichen. Im nächsten Jahr werde ich mich auf „Rote Zora“ und „Rio Grande“ fokussieren. Außerdem werde ich wieder einen Platz für Tomatoberry reservieren und als Experiment die Sorte Matina dazu nehmen.

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Tomatenbilanz 2: Die Standorte

Nachdem ich über die einzelnen Sorten schon berichtet habe, geht es nun um die verschiedenen Standorte:

Die Tomatenkiste:

Die Tomatenkiste ist eine Art Mini-Hochbeet an der Südwand des Hauses. Die Pflanzen bekommen viel Sonne und das Haus schützt etwas vor Regen. In der Tomatenkiste haben die Pflanzen sehr viel Erde und jedes Jahr fülle ich abgelagerten Pferdemist und Kompost-Erde nach.

Dies ist auch in diesem Jahr wieder ein sehr guter Platz für Tomaten. Damit die Spiral-Stangen einen besseren Halt haben, habe ich sie zuerst untereinander und dann an zwei Stellen mit der Hauswand verbunden. Im nächsten Jahr wird der Platz wieder für Tomaten reserviert sein.

Das Freiland:
Tomatenpflanzen in einem ganz normalen Beet ohne Regenschutz oder sonstige Extras.

In diesem Jahr hat es sehr wenig geregnet und alle Tomatenpflanzen, ganz egal welcher Standort, haben sich gut entwickelt. Zusätzlich habe ich den Eindruck mit der roten Zora eine gute Wahl für das Freiland getroffen zu haben. Die Pflanzen wuchern bis in große Höhen und tragen reichlich Früchte.

Wenn ich jedoch das Gesamtkonzept des Gartens betrachte, wird klar, dass mir Beete für Zucchini, Salat und Beeren fehlen, während ich mit der „Trockenen Hausecke“ einen wirklich gelungenen Standort für Tomaten gefunden habe. Es macht also keinen Sinn, einen Platz, der für Tomaten eine echte Herausforderung, aber für andere Pflanzen der ideale Standort ist, für Tomaten zu nutzen. Daher werde ich auf dem Freiland-Beet im nächsten Jahr keine Tomaten mehr anbauen.

Trockene Hausecke & Tomatenversteck:

Die Ostseite des Hauses ist die Entdeckung des Tomaten-Jahres 2015. Im letzten Jahr stand an dieser Stelle noch eine Zier-Quitte. Sie war von den Vor-Besitzern des Hauses so hoffnungslos zurechtgestutzt worden, dass es ihr nie gelungen ist Begeisterung bei mir zu wecken. Irgendwie stand sie eigentlich einfach nur im Weg. Nachdem ich den Busch entfernt hatte, wurde klar, wie trocken, diese Stelle ist. In den Monaten bevor ich die Tomaten dort ansiedelte, hatte sich nicht einmal Unkraut ausgebreitet. Für die Tomaten ist es ein wirklich toller Platz, den ich im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder nutzen werde.

Das „Tomatenversteck“ ist eigentlich gar kein besonderer Platz, sondern nur eine Lücke zwischen Rosen und Regentonne, die bisher ungenutzt war. Vor den Tomaten stehen bis zu 2 Meter hohe Wegwarten, die die Tomaten verdecken. Die Wegwarten haben sich mittlerweile erfolgreich im Garten angesiedelt und müssen den Tomaten im nächsten Jahr deutlich mehr Raum lassen.

Der Balkon (Rückblick auf 2014)

Ich stelle auf dem unbenutzten Südbalkon 8 Kübel mit je 50 Litern Inhalt auf. In jeden Kübel pflanze ich eine Stab-Tomate. Es ist mühsam, die Pflanzen täglich mit ausreichend Wasser zu versorgen. Ich bin unsicher, ob die Statik des Balkons zusätzlich zu den Pflanzkübeln auch noch ein Wasser-Fass zum Sammeln von Regen aushält. Daher schleppe ich täglich Gießkannen von der Terrasse durchs Wohnzimmer, die Treppe hoch, durchs Arbeitszimmer und auf den Balkon. Allein die Beschreibung des Ablaufs macht schon deutlich, dass dies keine wirklich gute Lösung ist.

Die Pflanzen haben genug Sonne und einen perfekten Regenschutz, aber es mangelt an Wasser zum Gießen und die Kübel sind nicht groß genug für Stabtomaten. Der Balkon ist für eine, maximal zwei Stab-Tomaten geeignet. Ansonsten ist es ein guter Platz, für alle Pflanzen, deren Namen mit „Mini“ beginnt.

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Tomatoberry / Tomatenexperiment 2016

In diesem Frühjahr war Tomatoberry die Sorte, die am schlechtesten keimte. Außerdem war sie – obwohl es inzwischen eine ganze Reihe von Spezialhändlern für Tomaten und Gemüse-Samen gibt – am schwierigsten zu kaufen. Da es ein F1-Hybrid ist, lassen sich die Pflanzen nicht aus den Samen der reifen Tomaten vermehren. Die Tomaten sind aber sehr lecker und reifen verlässlich. Ich überlege daher, ob es eine Alternative zur eigenen Anzucht gibt.

Die Erfahrung mit dem abgebrochenen Trieb der Wild-Tomate Sweet Pea bringt mich auf die Idee, es mit Tomatoberry ähnlich zu machen. Ich schneide mehrere Triebspitzen ab und pflanze sie in kleine Töpfe mit gewöhnlicher Gartenerde. Vielleicht gelingt es ja daraus mindestens 1 Pflanze zu ziehen und diese dann über den Winter zu bringen. Wenn es gelingt, hat die Pflanze (1) im Frühjahr dann einen Vorsprung und (2) ich muss Bangen und Hoffen, ob eines der wenigen Samenkörner keimt.

Nach einer Woche sieht es so aus, als könnten sich zwei der Triebe damit anfreunden, in einem kleinen Topf und im Haus weiterzuwachsen. Ich werde sicherheitshalber nocheinmal einige Triebe abschneiden und in Anzuchterde setzen.

Nachtrag 31. Oktober 2015
Zur Zeit wirken 6 der 8 Pflanzen sehr verwelkt. Bei 2 Pflanzen habe ich noch Hoffnung, dass sie es vielleicht schaffen. Das was für die Wild-Tomate eine Leichtigkeit war ist für Tomatoberry offensichtlich eine ziemliche Herausforderung. Vielleicht fehlt den Pflanzen aber auch Licht oder der Impuls, dass die Tage länger werden und es sich lohnt zu wachsen. Ich behalten meine Versuchskanidaten weiter im Auge!

 

Tomatenbilanz: Nachlese & letzte Ernte

Am letzten Wochenende habe ich ein nocheinmal alle Tomatenpflanzen nach roten Früchten abgesucht. Ich war überrascht, wie viel es noch zu ernten gab. Viele Früchte waren zwar geplatzt, aber ich habe sie dann eben sofort verarbeitet und entweder eingefroren oder als Soße püriert. Geplatzte Tomaten hatte ich erst jetzt im Herbst im Sommer, war das kein Problem. Außer Tomaten gibt es auch noch ein paar Zucchini und Spitzpaprika. Die Spitzpaprika sind quasi völlig unbeaufsichtigt gewachsen. Erst jetzt in den letzten Wochen sind sie richtig rot geworden. Die Ernte ist zwar spät, aber auch problemlos.

Nun nutze ich das milde Novemberwetter um die Pflanzen zu roden und zur Kompostanlage zu fahren. Das ist schon ein trauriger Moment. Das ganze Jahr über gehegt und gepflegt und nun kommen sie „zum alten Eisen“. Anders als bei den Stauden, muss bei den Tomaten die Pflanze im nächsten Jahr ganz neu anfangen. Erst jetzt beim Roden der Pflanzen wird deutlich, dass einige noch stärker gewachsen sind, als ich das wahr genommen hatte. Ich hatte darauf geachtet die Seitentriebe auszubrechen, aber einige habe ich wohl übersehen und so wird erst jetzt deutlich, wie viele wild wuchernde und richtig kräftige Seitentriebe es gibt. Eine Pflanze ist sogar kopfüber weitergewachsen: Als die Spiralstange zu Ende war ist der Haupttrieb noch 20 Zentimeter weiter in die Höhe gewachsen, bevor er vom Gewicht der Tomaten nach unten gebogen wurde. Und trotzdem ist er noch weiter gewachsen, nur jetzt nach unten. Unglaublich diese Wuchskraft! Für mich heißt das, dass ich im nächsten Jahr noch sorgfältiger auf den Wuchs der Pflanzen achten werde. Außerdem werde ich auch die Abstände zwischen den Pflanzen vergrößern, damit ich besser erkennen kann, was zu wem gehört.

Im Hofladen des örtlichen Bio-Bauern habe ich die Sorte Matina gesehen. Da er die Tomaten selbst anbaut, muss diese Sorte hier verlässlich gedeihen. Mit Rote Zora und Rio Grande habe ich nun je eine für meinen Garten geeignete Salat- und Mark-Tomate gefunden. Im nächsten Jahr werde ich zusätzlich noch Matina ausprobieren.

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