Erdbeerzeit

M-2016_02aOb zur Mittagszeit überhaupt etwas los ist auf dem Erdbeerfeld? Na ja, mir kann es recht sein, wenn wenig los ist, denke ich bei mir, aber als ich in den Feldweg einbiege, sehe ich, dass ich mich nicht hätte mehr irren können. Die als Parkplatz gemähte Wiese ist vollständig zugeparkt. Ich muss mich irgendwo an den Rand quetschen und hoffen, dass ich nach dem Pflücken aus eigener Kraft wieder losfahren kann. Auf dem Weg zum Feld kommen mir schon übervolle Eimer und Körbe entgegen. Werden für mich noch genug Erdbeeren zu pflücken sein? Zumal ich einen ähnlich großen Korb mitgebracht habe. Die Frau am Verkaufs- und Wiege-Stand erklärt mir, welche Reihen als nächste dran sind. Vom letzten Jahr habe ich in Erinnerung, dass je nach Verwendung für Kuchen oder Marmelade unterschiedliche Sorten empfohlen wurden und daraufhin einige Kunden mit zwei verschiedenen Körben pflückten. Ich frage danach. „Alle Erdbeeren sind für alles geeignet“, heißt es. So, so, denke ich mir, auch Erdbeer-Bauern müssen ihre aktuellen Marketing-Aussagen so drehen, dass diese zum Angebot passen.

Auf dem Feld verteilen sich die Menschen dann jedoch ganz schnell. Zudem nehmen Menschen weniger Platz ein als Autos – aber das ist nochmal eine ganz andere Geschichte. Gelegentlich wehen Satz-Teile, von Reihe zu Reihe: „Mami, du sollst…“ oder „…wäre auch ein toller Zwergen-Name“. Entsprechend gemischt sind die Gruppen und Einzelpersonen, die gebückt die Erdbeer-Büsche durchsuchen. Eine Mutter mit zwei Kindern, die genau 20 Minuten Zeit zum Pflücken haben. Russisch sprechende Rentner-Paare mit übervollen Körben, zu denen ich mir das passende Familienfest vorstelle. Dazwischen ich, der sich als Einziger mit Kniepolster-Hosen in die Reihen kniet, anstatt Pflanze für Pflanze mit gebücktem Rücken zu durchsuchen.

Ich brauche niemandem erzählen, was die beste Verwendung für Erdbeeren ist. Wozu auch Erdbeer-Kuchen, Bowle, Soße, Marmelade und was es sonst noch alles an Verwendungen geben mag, gegeneinander abwägen? Da hat jeder längst seine eigene Vorliebe. Wären Erdbeeren eine unerhörte Neuigkeit, dann ja, dann wäre es sinnvoll die verschiedensten Rezepte zu beschreiben und sich über Vor- und Nachteile auszutauschen. Aber so geht jede – meist wird von Frauen gepflückt – ihres eigenen Erdbeer-Weges. Mein Ziel ist ebenfalls ganz eindeutig: Ein neuer Vorrat an Erdbeer-Marmelade. Laut irgendeiner EU-Richtline handelt es sich allerdings um Konfitüre oder Fruchtaufstrich. Danke für den Tipp von lunaterminiert! Egal, ich sage weiterhin Marmelade dazu und ich hoffe, dass es keine Verständigungsprobleme gibt :-) Ich hatte einmal geplant, die Marmelade auch zu verkaufen. Dann wäre eine richtige Etikettierung wichtig. Auf den meisten Frühjahr-Garten-Herbst-Märkten sehe ich die angebotene Ware allerdings meist nur teilweise beschriftet. Es geht also bei kleinen Mengen auch ohne das ganz große bürokratische Rad.

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