Vor Jahren habe ich an der sonnigsten Stelle meines Gartens ein Tomatenbeet gebaut und freute mich auf besonders aromatische Tomaten. Leider haben die Tomaten an genau dieser Stelle keinen Regenschutz und bekommen sehr schnell Krautfäule. Nach zwei regenreichen Sommern habe ich mir einen anderen Platz für die Tomaten gesucht.
Mit Vivagrande habe ich diesen Platz nun neu bepflanzt. Vivagrande ist eine neue Züchtung der Universität Göttingen und soll widerstandsfähiger gegen Krautfäule als andere Sorten sein. Ich war gespannt, wie sie den möglichen Regen übersteht. Der Mai war tatsächlich eher kühl und feucht und ich war mit meiner Wahl zufrieden. Aber nun werden die Pflanzen seit einer Woche von gnadenlosen Sonnenstrahlen gegrillt. Die offiziell gemessenen Temperaturen des Wetterdienstes sind im Schatten gemessen. In der prallen Sonne ist es daher deutlich wärmer. Für mich ist es weiterhin ein Test, welches Klima Tomaten überstehen. Ich hatte bei dem Stichwort „Klima“ allerdings eher an Regen gedacht. Nun ist es ein Härtetest für Sommerhitze geworden.
Die zweite Teilnehmerin an diesem ungeplanten Hitzetest ist Silbertanne. Die Sorte Silbertanne bleibt recht niedrig, hat aber trotzdem große Tomaten. Also ideal für einen Balkon. Ich hatte sie für den Verkauf auf dem Pflanzenmarkt gesät, aber es waren welche übrig. Nun wachsen sie bei mir und stehen auf dem Südbalkon ebenfalls in der prallen Sonne.
Ich kenne zahlreiche Tipps und Erzählungen zum wassersparenden Anbau von Tomaten. Mulchen hilft sicherlich. Da ich die Wiese bei diesen Temperaturen kaum mähe, fehlt mir das Mulchmaterial. Anderen Ideen traue ich nicht recht. Tomaten sparsam gießen, damit sie sich an den Wassermangel gewöhnen? Also mal ehrlich: Überall wird dazu aufgefordert bei Hitze ausreichend zu trinken, aber Tomaten gewöhnen sich einfach an weniger Wasser?
Aktuell hängen die Blätter meiner Tomaten tagsüber schlaff und aufgerollt an den Trieben. Ich weiß, dass dies eine natürliche Reaktion ist. Es ist gut, dass die Tomaten so reagieren können – aber Kraft kostet sie das trotzdem. Meine Tomaten bekommen daher täglich ausreichend Wasser. Über Nacht erholen die Pflanzen sich dann wieder. Bisher halten sie den Temperaturen noch stand. Noch. So, wie auch wir Menschen mit dem aktuellen Klimawandel noch zurechtkommen. Noch…


Nachtrag 30. Juni:
Nach einer Woche mit Hitze sind die Spitzen der Tomaten nicht vertrocknet, sondern verbrannt. Es sind „nur“ Tomaten, aber es zeigt, wie erbarmungslos die Sonnenstrahlen der letzten Woche waren. Das ist nicht nur „ein bisschen Sommer“, das ist eine echte Gefahr, für alle, die keinen kühlen Platz aufsuchen können.

Die verbrannten Blüten hatte ich auch. Kraftstrotzende Pflanzen, aber verbrannte Blüten! Ich gieße alle 3 Tage durchdringend – das scheint auch gut zu funktionieren …
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In den letzten Jahren hatte ich viele aufgeplatzte Tomaten und auch mit Blütenendfäule zu kämpfen. Daher gieße ich nun – je nach Temperaturen – alle 1 bis 2 Tage und versuche den Boden nicht austrocknen zu lassen. Aber ich glaube, dass es da keine perfekte oder einzig richtige Lösung gibt. Wenn alle drei tage bei Dir funktioniert, perfekt!, das ist weniger Arbeit.
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