Überall, wo ich die Wiese mähen musste, ist sie mittlerweile braun und verdorrt. Und selbst die ungemähten, hohen Gräser sehen aus wie ein reifes Kornfeld. Am Wasserhahn unterhalb der Terrasse hat sich vor Jahren ein Waldfarn angesiedelt. Die Spitzen sind rot und krümmen sich wie abgepellte Hautfetzen bei Sonnenbrand. Es ist Mitte Juli. Die zweite Hitzewelle für dieses Jahr ist über den Garten gefegt. Gerade sind ein paar Tage Hitzepause. Dennoch, das Gemüse steht bei den letzten Wasserreserven Schlange und nächste Woche muss es kräftig regnen oder es ist vorbei mit den Regentonnen.
Die Hitze plagt nicht nur die Pflanzen. Auch ich bin träge und lasse den Tag im Schatten durch die Finger rinnen. Im September werde ich mich fragen, was aus den Sommermonaten geworden ist. Wieso weder Ringelblumen noch Hortensien blühen. Einzig ein Berg an Zucchini zeugt von den vergangenen Wochen.
Wassermangel und Dürre gibt es wirklich. Sie sind keine Schlagworte der einen oder anderen politischen Richtung. Pflanzen wählen keine Parteien. Pflanzen wählen Wasser, Nährstoffe und Artenvielfalt. Wenn ein Garten dies bieten kann, sind sie da. Wenn wir Menschen weiterhin so konsequent Artenvielfalt und Wasser vertreiben, werden auch die Pflanzen gehen.
