Ach, was habe ich schöne Tomatenpflanzen! Ordentlich mit Komposterde und Dünger versehen. Akkurate Töpfe in einer Reihe auf frisch drapiertem Rindenmulch. Die Follower auf SocialMedia werden jubeln!
Oder aber:
Die hölzerne Beeteinfassung, die an dieser Stelle stand, hat im letzten Winter endgültig den Geist aufgegeben. Giersch wucherte zwischen den Brettern hervor. Einige der Bretter waren völlig vermodert und der einstmals schöne Kasten brach auseinander. Ein Holzkasten als Beeteinfassung hat sich als wenig langlebig und zudem als überflüssig herausgestellt.
Zwei Geschichten zum selben Foto.


Am nächsten Morgen haben die Amseln den Rindenmulch zur Seite gescharrt und ich entdecke einen allerletzten Giersch, den ich beim Jäten übersehen hatte. Schon jetzt zeigt sich, dass der schöne Anblick der Tomatenkübel ein kurzfristiger Erfolg ist. Wie soll das auch funktionieren, dass die Tomaten wachsen, aber alles andere drum herum das Wachstum einstellt.
Alles, was an schönen Gartenfotos veröffentlicht wird, ist immer nur eine Momentaufnahme. In der Regel, der Moment, wenn alles frisch und neu ist. Zusätzlich zu diesen Bildern wünsche ich mir Bilder am Ende der Saison oder auch wie ein neu eingefasstes Beet nach dem Winter aussieht. Erst damit lässt sich entscheiden, ob eine Idee so gelungen ist, dass ich sie im eigenen Garten auch umsetzen möchte.