Gartentagebuch 2020

 

10. August: Die Fleischtomaten reifen aber nicht alle schmecken…
Alle fünf Sorten Fleischtomaten gedeihen gut: Marmande, Ochsenherz, Tschernij Prinz, Rose de Berne, Brandywine pink. Als erste reift Tschernij Prinz. Die Früchte sind dunkelrot bis braun. Leider schmecken sie eher nach gar nichts. Schweren Herzens tausche ich die Pflanzen gegen Ruthje und Sibirisches Birnchen aus.

3. August: Eigenes Saatgut – Ringelblume und Matina
Ich sammle Saatgut von Ringelblume und der Tomatensorte Matina.

20. Juli: Heilkräutersommer – Salbei und Mädesüß
Nach den Holunderblüten ernte ich nun Salbei. Auch das Mädesüß blüht. Ich freue mich, dass es gelungen ist, Mädesüß hier anzusiedeln. Im nächsten Jahr werde ich die Blüten als Erkältungstee sammeln.

28. Juni: Die Amseln ernten die Felsenbirne
Die Amseln und ich teilen uns in diesem Jahr Felsenbirne und Johannisbeere. Ich hatte probehalber ein Kilogramm Beeren der Felsenbirne gesammelt und entsaftet, aber der Geschmack ist enttäuschend.

20. Juni: Schwarze JohannisbeerenErste Pflückung
Ich hatte bei der Auswahl der Johannisbeerbüsche nicht auf den Erntezeitpunkt geachtet. Daher muss ich mehrfach ernten.

Holunderblüte14. Juni: Holundersirup
In den letzten Jahren habe ich im Herbst Holundersaft eingekocht. Nun sind die beiden Holunderbüsche groß genug, dass ich die Hälfte der Dolden im Sommer für Holunderblütensirup verwenden kann.

28 Mai: Neuer Pfirsichbaum
Nach langem Zögern pflanze ich nun doch einen Pfirsichbaum. Immer wieder lese ich, dass späte Fröste die Blüten erfrieren lassen und der Baum daher oft keine Früchte trägt. Nach ausführlicher Beratung in einer regionalen Baumschule, entscheide ich mich für die Sorte „Kernechter vom Vorgebirge“. Späte Blüte und späte Reife der Früchte.

22. Mai: Tomaten – Tomaten – (Tomaten) Paprika
Inzwischen bin ich fast täglich dabei Tomaten umzutopfen, auszupflanzen oder anzubinden. Es klingt ganz einfach, gerade mal eben fünf Tomaten aus Anzuchttöpfen in Kübel oder Freiland zu setzen. Bei genauerem Hinsehen wird deutlich, wie viele verschiedene Einzelheiten von Erde mischen über Pflanzschild schreiben bis Schubkarre ins Gartenhaus räumen dazu gehören. Bei über 20 Tomatenpflanzen kommt da einiges an Arbeit zusammen. Die zwei Paprikas sind im ganzen Tomatenwald kaum zu sehen.

12. Mai: Eisheilige
Seit Jahren predige ich mir selbst, dass es keine Eisheiligen mehr gibt. In diesem Jahr haben sie mich überlistet.
Schon vor Wochen, gar Monaten war es so warm, dass ich die Tomaten am liebsten schon im März in den Garten gesetzt hätte. Auf den Balkon durften sie. Und, seit zwei Wochen sind die ersten auch im Garten. Sie halten viel aus – außer Regen. Ernsten Frost gibt es zum Glück wirklich nicht. Die Töpfe rücken an die Hauswand und die Pflanzen im Garten bekommen einen Stoffumhang.

3. Mai: Mauersegler
Zwischen dem 1. und 8. Mai kommen die Mauersegler hier an. Zuerst sehe ich nur ihre zackigen Flugmuster am Himmel und denke, „das sind doch keine Amseln“. Später höre ich sie auch. Jetzt kann es Sommer werden. Die Mauersegler rufen ihn herbei: Srieh-srieh.

19. April: Die späte Magnolie übersteht den Frost
Von wegen „Der frühe Vogel fängt den Wurm“. Die frühe Magnolie wurde vom Frost gefangen. Unsere Magnolie ist – wie jedes Jahr – sehr spät dran. Erst jetzt nach dem letzten Märzfrost zeigt sie ihre Knospen.

14. April: Hurra ein Heckennest
Unter uns Menschen ist es eher abfällig gemeint, wenn ein Wohnort als Heckennest bezeichnet wird. In meinem Garten gibt es allerdings jemanden, der richtig viel dafür getan hat, endlich ein Heckennest zu bekommen. Heute habe ich entdeckt, dass nicht nur das neue Zuhause fertig ist, die gesamte Familie ist auch schon eingezogen.

5. April: Die Tomaten ziehen auf den Balkon
Sobald die Nächte über 5 °C liegen, kommen die Tomaten auf den Balkon. Die Pflanzen sind alle in 9 oder 11 Zentimeter Töpfen. Im letzten Jahr habe ich die Hälfte draußen und die Hälfte drinnen gehabt. Die Pflanzen sind draußen „irgendwie“ kräftiger, aber nicht größer.

23. März: Märzwinter
Es ist noch einmal richtig kalt geworden. Minus 5 °C. Die Tage gehören zu den kältesten im gesamten Winter. Schneeglöckchen und Krokussen macht es nichts aus, aber der Salbei erfriert ein zweites Mal für diesen Winter.

14. März: Ideensammlung
Ein sonniger und leichter Morgen. Ich sitze bei Tee&Toast und lese das Permakulturbuch von Sigrid Drage. Dazu knallt die Frühlingssonne durch die Fenster. Mit jedem Schluck Tee, mit jedem Absatz Lesen erscheinen neue Ideen aus dem Nirgendwo. Wo waren die die ganze Zeit? Gibt es einen Ort an dem Ideen Winterschlaf halten? Nun stehen sie hier Schlange und ich komme kaum hinterher, sie wenigstens zu notieren: Erdbeeren umpflanzen, Rhabarber mit Kompost versorgen, Regentonnen besser anschließen, Spinat aussäen. An solchen Tagen bin ich jetzt schon gespannt, was von all diesen Ideen, ich am Abend umgesetzt habe. Meist kommen im Laufe des Tages weitere hinzu…

Blüte und Blatt des Lerchensporns8. März: Der Krokus-Vorfrühling geht zu Ende
Krokus und Schneeglöckchen sind nicht mehr alleine. Immer mehr Blüten erscheinen. Selbst Duftveilchen, Lungenkraut und Lerchensporn wagen sich schon hervor. Auf den Gemüsebeeten ist außer Vogelmiere und Schnittlauch noch nichts los. Aber die Veränderung liegt in der Luft. Ich drücke allen Wagemutigen die Daumen, dass nicht noch ein Märzwinter kommt.

19. Februar: Blütenkalender
In diesem Jahr schreibe ich Monat für Monat auf, was gerade blüht. Noch gibt es nur wenige Blüten und die Liste ist entsprechend übersichtlich: Schneeglöckchen, Vogelmiere, Gänseblümchen, Winterling, Rosmarin, Taubnessel, Krokus, Hyazinthe.

Farn14. Februar: Wintergrüner Farn
Erst jetzt fällt mir auf, dass meine beiden neuen Farne im Winter grün bleiben. Ich hatte bisher nur den „normalen Waldfarn“, der seine Blätter im Winter verliert und im Frühling neu ausrollt. Daher freue ich mich besonders über die beiden neuen.

13. Februar: Jedes Jahr erfriert der halbe Salbeistrauch
Salbeibusch mit im Winter erfrorenen Blättern. Es ist in jedem Spätwinter das gleiche Bild. Nach einigen Frostnächten ist der halbe Salbeistrauch erfroren und der Rest ist unversehrt. Es ist ein einziger Strauch. Alle Zweige treiben aus der selben Wurzel aus und doch ist es einigen Zweigen zu kalt.

5. Februar: Erste Aussaat der Fleischtomaten
Ich habe die ersten Fleischtomaten ausgesät. Ich plane die Pflanzen ab April auf den Balkon zu stellen und erhoffe mir damit eine frühere Ernte.

Keltischer Frühlinsanfang2. Februar: Maria Lichtmess / Keltischer Frühlingsanfang
Die Kelten hatten ihren Sommer so definiert, dass Mittsommer genau in der Mitte des Sommers war. Wir feiern zwar auch den Mittsommertag, aber für unsere Jahreszeit Sommer ist er gar nicht die Mitte. Der keltische Sommer umfasst die 6 Wochen vor und nach Mittsommer. Auf die gleiche Weise ergeben auch sich alle anderen keltischen Jahreszeiten. Der Frühling besteht demnach aus den 6 Wochen vor der Frühlings-Sonnenwende und den 6 Wochen danach. Die keltischen Jahreszeiten beginnen und enden immer genau in der Mitte unserer Jahreszeiten. Der keltische Frühling beginnt am 2. Februar und geht bis zum 1. Mai.

In der katholischen Tradition findet sich der 2. Februar als Maria Lichtmess wieder. Der 2. Februar ist genau 40 Tage nach Weihnachten und damit der letzte Tag der Weihnachtszeit. Erst an diesem Tag werden in den Kirchen traditionell die Krippenfiguren eingepackt. Für die Bauern begann mit Maria Lichtmess das Arbeitsjahr. Knechte und Mägde bekamen ihren Lohn und hatten ein oder zwei Tage frei.

25. Januar: Der Frühbeetkasten ist fertig
Aus einem alten Fenster und gesammelten Holzplatten konstruiere ich einen Frühbeetkasten, der auf dem Hochbeet steht. Damit die Maße von Fenster und Hochbeet zusammenpassen, muss ich den Kasten um 90 Grad drehen. Jetzt kann der Frühling kommen. Ich werde gleich mein Saatgut neu sortieren und prüfen, was sich als erstes in das neue Frühbeet säen lässt.

17. Januar: Das letzte Mal Rasenmähen für 2019
Ich habe wirklich den Eindruck, es sei Mitte November. Das Wetter und der Rasen passen dazu. Im Dezember kam ich nicht dazu – nun denn, dann eben Rasenmähen im Januar. Kälte und Schnee werden noch kommen. 

10. Januar: Weiter auf Queckenjagd
Sobald das Wetter es zulässt, gehe ich auf Queckenjagd. Große Teile des Staudenbeetes habe ich im letzten Jahr von der Quecke zurückerobert. Nun ist es wichtig dranzubleiben. Die Wurzeln lassen sich gut aus der nassen Erde herausziehen. Nach einer Weile ist dann allerdings alles matschig: Finger, Handschuhe, Unkrautstecher, Alles. 

6. Januar: Nutzen Amseln ihr Nest mehrfach?
Beim Heckeschneiden habe ich mehrere Amselnester aus dem letzten Jahr entdeckt. Eines ist mir direkt entgegengefallen. Nachdem ich es ausführlich bewundert habe, habe ich es wieder in die Hecke montiert. Ich frage mich, ob die Amseln die Nester in diesem Jahr wohl noch einmal benutzen.

Salbei. Einzelne Bläter eines Strauches mit Eiskristallen überzogen.2. Januar: Gefrorener Salbei
Das Jahr beginnt mit zwei nebelfrostigen Tagen. Ich blicke mit dem Sucher der Kamera durch den Garten und halte Ausschau nach den glitzernsten Eiskristallen.