Holunderblüte

Zurzeit werde ich jeden Morgen von zwei wilden Holunderbüschen begrüßt, die sich gegenüber der Terrasse angesiedelt haben. Zusammen mit dem schrillen srie-srie der Mauersegler ist das für mich eine besondere Zeit. Das Säen und Vorbereiten des Gartenjahres ist getan und nun beginnt der Sommer.

Wie große Wattebäusche sind die duftenden Dolden über die Büsche verteilt. Je näher ich komme, desto deutlicher wird der schwere süßliche Duft, wie ich ihn von Sommerabenden in Spanien kenne. (Auch wenn es dort bestimmt kein Holunder ist.) Die Dolden bestehen aus vielen, vielen kleinen Blüten. Ich fange an zu zählen und bin schnell weit über Hundert. Das Weiß der Dolden, das aus der Ferne so intensiv leuchtet, ist aus der Nähe sanft und gelblich. Ich halte als Vergleich eine der weißen Margeriten daneben. Wow, was ein Unterschied!

Außer den beiden wilden Holunderbüschen habe ich noch einen „Haschberg“. Der Unterschied zwischen den Wilden und der Zuchtform ist die Reifezeit der Beeren. Am gezüchteten Busch reifen fast alle Beeren gleichzeitig. Ich kann also alles auf einmal pflücken. Ich ernte daher die Blüten an den Wilden und die Beeren am Haschberg. Die Blüten sammele und trockne ich als Fieber- und Erkältungstee. Besonders als Fiebertee habe ich ihn selbst verwendet. Bei Schreiben dieses Beitrags habe ich zur Heilwirkung der Holunderblüten jedoch fast nichts finden können. Schließlich tausche ich das Internet gegen ein klassisches Buch. Ursel Bühring „Alles über Heilpflanzen: Erkennen, anwenden und gesund bleiben“, Ulmer Verlag.

Ursel Bühring ist die Gründerin der Heilpflanzenschule Freiburg. Sie schreibt: „Holunderblüten steigern die Abwehrkräfte, wirken bei Fieber und Infekten schweißtreibend und helfen bei starker Verschleimung, Husten und Stirnhöhlenentzündung.“ Außerdem verweist sie auf die Kommission E und deren positive Beurteilung der Holunderblüten bei Erkältungskrankheiten. Die Kommission E ist eine Sachverständigenkommission die im Auftrag des Bundesgesundheitsamtes (BGA, heute Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, BfArM) eine Bewertung von pflanzlichen Arzneimitteln vorgenommen hat. Eine positive Bewertung durch die Kommission E gilt als wissenschaftliches Gütesiegel für die Wirkung einer Heilpflanze.

Der Winter ist noch weit und doch ruft mir der gerade beginnende Sommer zu „Ich schütze Dich vor dem garstigen Winter mit Fiebertee (Holunderblüten) und Abwehrkräften (Holundersaft)“.

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