Heute ist „Tag des Unkrauts“

Als ich hörte habe, dass es einen „Tag des Unkrauts“ gibt, war mir sofort klar, dass ich dazu etwas schreiben möchte. Nun schleiche ich schon seit Anfang des Monats durch den Garten, denke über Unkraut nach und schaue, wo etwas ohne meine Erlaubnis wuchert. Ich habe auch Michal Pollans Buch „Vom Glück, ein Gärtner zu sein“ noch einmal hervorgeholt. Er hat ein hervorragendes Kapitel über das Unkraut geschrieben. Doch alle philosophischen Gedanken helfen mir nicht weiter. Abhandlungen über das Unkraut an sich gibt es sicher zahllose. Über die Frage, was denn ein Unkraut ist oder doch eher ein Wildkraut, ist bestimmt schon viel geschrieben worden. Mir wird klar, es muss um die Frage gehen, was für mich ein Unkraut ist. Und bei der Überschrift „Tag des Unkrauts“, müsste es außerdem ein eher positives Beispiel sein. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich wirklich etwas Positives schreiben werde.

Im Rückblick auf die letzten Jahre in meinem Garten, hat sich der Blick auf den Begriff Unkraut immer wieder geändert. Gundermann kannte ich zum Beispiel anfangs gar nicht. Dann habe ich gelernt, dass er essbar ist und sogar heilsame Kräfte haben soll. Doch die Art und Weise, wie seine kriechenden Ausläufer das Staudenbeet durchziehen, hinterlistig und bösartig zugleich, kann ich nicht gutheißen. Für mich ist er mittlerweile eindeutig ein Unkraut. Vielleicht kann ich ihn ja noch nachträglich zum Unkraut des Jahres 2018 ernennen. Wenn ihn diese Bezeichnung stört, soll er von mir aus auswandern und in der Fremde heilsam wirken. Ganz egal, Hauptsache weit weg.

Doch zurück zu meinem Garten von heute. Die Festlegung des Unkrauttages auf Ende März schränkt die Auswahl an aktuell verfügbaren Unkräutern deutlich ein. Der Giersch ist noch so winzig, dass ich ihn suchen muss. Was jedoch deutlich zu sehen ist, sind ganze Teppiche von Vogelmiere. Sie liegen wie ein Winterschutz über Blumenkübeln und dem Gemüsebeet.

Ich habe schon immer Vogelmiere im Garten, aber eine Belagerung wie in diesem Jahr gab es noch nie. Als der Garten sich im letzten Herbst langsam von der Trockenheit des Sommers erholte, haben sich an einigen Stellen andere Pflanzen angesiedelt als gewohnt. Auf der großen Wiese war es besonders deutlich. Dort wo das Gras lange braun blieb, entwickelten sich neue Kissen von wildem Storchschnabel. Ich habe den Eindruck, dass selbst die halbschattige Fläche unter der Felsenbirne von dieser Veränderung betroffen ist. Sie wurde in den letzten Jahren vom Waldmeister erobert. Doch während der Waldmeister gerade erst frisch austreibt, ist die Fläche bereits fast vollständig von Vogelmiere bedeckt. Die Wucherer Waldmeister und Storchschnabel haben Mühe dagegen zu halten.

Für mich gehört der Tag des Unkrauts 2019 daher der Vogelmiere! Wenn morgen früh ihr Ehrentag vorbei ist, werde ich damit beginnen sie aus den Blumenkübeln zu vertreiben, sie als Salatbeigabe zu verwenden oder – falls sich ein Abnehmer findet – sie für grüne Smoothies zur Verfügung stellen.

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