Schwarze Johannisbeeren: Ernte & Rückschnitt

Die Schwarzen Johannisbeeren rufen schon eine ganze Weile nach mir. Zum einen sind sie einfach reif und ich kann sie ernten. Zum anderen habe ich mir „eigentlich“ am Jahresanfang vorgenommen, gerade über die Schwarzen Johannisbeeren häufiger zu berichten. Inzwischen sind die Beeren nicht nur reif für die Ernte, sie müssen auch zurück geschnitten werden. Als Leser finde ich es oft sehr nervig, wenn ich alle paar Zeilen irgendwohin klicken muss. So à la „Wenn Sie wirklich den ganzen Artikel lesen möchten klicken Sie hier“. Deshalb gibt es nun Ernte und Rückschnitt in einem Rutsch.

Ernte: Ich freue mich auf neues Johannisbeergelee!

Die Johannisbeerernte ist dieses Jahr (2017) katastrophal schlecht! Viele Beeren, die ich letzte Woche noch gesehen habe, sind plötzlich weg. Einige sind sie wohl abgefallen, weil ich sie nicht rechtzeitig geerntet habe. Mir war schon klar, dass die Johannisbeeren schon wenigstens seit 14 Tagen reif sind, ich musste allerdings erst die Hecke hinter den Büschen schneiden, damit ich überhaupt an die Ernte dran komme. Aber auch die Aronia-Büsche sind plötzlich deutlich leerer, obwohl sie längst noch nicht reif sind. Ich vermute, dass also entweder hungrige Amseln oder der sehr heftige Regen der letzten Tage für den Schwund mit verantwortlich sind.

Ich habe bei der Auswahl der Sorten zu wenig auf den Erntezeitpunkt geachtet. Es steht überall, es sei sinnvoll verschiedene Sorten zu haben. Ich kann das weder bestätigen noch verneinen. Ich habe verschiedene Sorten – nur weiß ich natürlich jetzt nicht, ob die Ernte mit nur einer Sorte anders ausfiele. Was ich auf jeden Fall nicht mehr machen würde, sind Sorten mit verschiedenen Erntezeitpunkten zu wählen. Das mag für eine Plantage sinnvoll sein, aber für einen Privatgarten ist das nix. Es ist schon mühsam genug schwarze Johannisbeeren zu ernten und das soll ich dann auch noch alle zwei, drei Wochen erneut tun? Zumindest nicht bei schwarzen Johannisbeeren. Vielleicht sind Rote oder Weiße da einfacher in der Ernte. Ich mache es mittlerweile so, dass ich einfach abwarte, bis alle Sorten reif sind und dann ernte ich alles auf ein Mal. In den letzten Jahren ging das gut. In diesem Jahr ist es kräftig schief gegangen…

Rückschnitt & Umbau: Damit ich im nächsten Jahr auch noch ernten kann

In den letzten Jahren habe ich mich noch davor gedrückt, die Johannisbeeren zurück zu schneiden, aber in diesem Jahr muss ich mich an dieses Thema heranwagen. Mein Problem mit dem Rückschnitt ist, dass an den alten Hauptästen ja auch junge Seitenäste dran sind. Wenn ich also die alten Äste bodennah abschneide, dann entferne ich damit automatisch auch alle jungen Seitentriebe. Lange war ich auch unsicher, ob ich erkenne, wie alt ein Ast denn nun ist. Das Alter der Äste lässt sich bei den mittlerweile 4 bis 5 Jahre alten Büschen jedoch überraschend gut erkennen. Ich fange also einfach mal an und schneide nach Gefühl einige der Äste bodennah heraus. Bei anderen lasse ich die ersten zwei oder drei Seitentriebe noch stehen und schneide erst in 20 bis 30 Zentimeter Höhe. Die Büsche sehen jetzt so klein und jung aus wie vor drei Jahren. Wirft mich das nun bei der nächsten Ernte völlig zurück oder sorgt gerade dies dafür, dass ich im übernächsten Jahr überhaupt etwas ernte? Die Gartensendung querbeet des Bayrischen Rundfunks macht mir Mut, lieber zu schneiden und dabei vielleicht einen Fehler zu machen anstatt gar nichts zu tun. Zu der Sendung gibt es ein sehr anschauliches Video für alle Beerenarten.

Ich hatte das Beet für die Johannisbeeren komplett neu angelegt und dafür auch frische Erde aufgefüllt. Es war wohl einfach zu wenig Erde oder ich habe die Büsche nicht tief genug eingesetzt.  Vor der Ernte und dem Rückschnitt habe ich grob das Unkraut entfernt und dabei zeigt sich, dass die Wurzeln der Büsche aus der Erde schauen. Einige Sträucher sitzen außerdem zu eng nebeneinander. Ich nutze also die Gelegenheit dass Beet als Ganzes zu überarbeiten. Zwei Büsche rücke ich dabei etwas weiter nach vorne und in der nächsten Woche werde ich dann noch neue Erde auffüllen. Es ist sicherlich nicht ideal, gut eingewachsene Büsche umzusetzen, aber ähnlich wie beim Rückschnitt, glaube ich dass es schlechter ist, gar nichts zu tun.

Nachtrag 2018

In diesem Jahr höre ich von überall, dass die Büsche und Bäume voll hängen. So ist es auch bei meinen Schwarzen Johannisbeeren. Ich habe sie bis Mitte Juli zwei Mal durchgepflückt und eine reichliche Ernte eingesammelt. Weder mögliche Fehler beim Rückschnitt noch das Versetzen der Büsche hat der Ernte geschadet. Im Gegenteil, ich habe den Eindruck, dass beides nötig war. Besonders die Sorte Hedda ist so wüchsig, dass sie auf jedes Jahr einen Rückschnitt braucht. Außerdem werde ich sie im nächsten Jahr von Anfang an stützen. Die Äste sind so hoch und voll mit Beeren, dass sie sich weit bis zum Boden biegen.

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