Tomatenfrost

Seit Mitte Februar verfolge ich nun den Plan die Tomaten etwa 4 Wochen früher auszupflanzen als gewöhnlich. Bisher habe ich entsprechend der Lage meines Gartens (am Rand eines Mittelgebirges / kein Gewächshaus) immer brav auf die Eisheiligen gewartet. Gleichzeitig habe ich schon oft die Erfahrung gemacht, dass Tomaten gar nicht so divenhaft sind, wie ihnen nachgesagt wird. So finden sich ab etwa Juni regelmäßig Tomatenpflanzen, die aus herabgefallenen Tomaten des Vorjahres gekeimt sind. Das Saatgut erträgt also auf jeden Fall Minusgrade und irgendwann, wenn es warm genug ist, keimt es von ganz alleine. Die vorgezogenen Pflanzen vertragen sicher keinen richtigen Frost, aber müssen sie schon bei weniger als +5 °C geschützt werden oder kriegen sie das selber hin? Das möchte ich nun endlich mal herausfinden.

Als ich dann letzte Woche (20. April) die Tomaten schon fast eingepflanzt habe, wurde ich von deutlichen Minustemperaturen zurück ins Haus getrieben. Nun also am 1. Mai der zweite Versuch. Immerhin noch 14 Tage früher als sonst und die Pflanzen sind auch groß und kräftig genug. Die letzten Tage haben die Pflanzen schon tagsüber auf dem Balkon gestanden und nun kommen sie in den Garten. Ohne beheiztes Gewächshaus werden die Unterschiede zum „normalen“ Pflanztermin nach den Eisheiligen wahrscheinlich minimal sein, aber diese ganze garten- und erntelose Zeit von Februar bis Mai zieht sich so sehr in die Länge, dass ich wenigstens das Gefühl haben will, in diesem Jahr früher zu starten. Falls die Pflanzen auch schon Temperaturen zwischen 0 und 5 Grad Celsius nicht vertragen, habe ich noch eine Reserve und muss dann zähneknirschend zum Standardfall zurückkehren und nach den Eisheiligen neu pflanzen. Zu den beiden geplanten Versuchskandidaten Moneymaker und Matina habe ich noch eine Ruthje hinzugenommen. Die Pflanze hat sich so gut entwickelt und ich habe genug davon.

Mittlerweile sitze ich wieder im Wohnzimmer und zünde gerade den Kamin an, weil 10 Grad Außentemperatur zwar kein Frost sind, aber so richtig frühlingshaft ist es dann doch nicht. Ich bin echt froh, dass ich statt Maiwanderung Tomaten gepflanzt habe und jetzt nicht an irgendeiner entlegenen Grillhütte ein kaltes Bier trinken muss. Ein bisschen habe ich schon ein schlechtes Gewissen, die Tomaten da draußen so alleine zu lassen. Ich drücke ihnen fest die Daumen, dass es nicht zu garstig ist und gleich morgen früh werde ich nach ihnen schauen.

7. Mai 2017

Nach einer Woche haben sich die Tomaten im Beet gut entwickelt. Die Pflanzen auf dem Balkon allerdings auch. Vielleicht macht es also gar nicht so sehr den Unterschied, wann die Pflanzen ins Beet kommen, sondern nur wann ich sie aussäe. Die im Februar ausgesäten Pflanzen muss ich dann einfach noch einmal umtopfen, aber ob sie im Beet wachsen oder noch im Topf ist egal.

 

 

 

 

15. Mai 2017

Die Pflanzen im Beet haben nun mindestens zwei Nächte mit 0 °C überstanden Sie sind dabei auch etwas gewachsen, es funktioniert also die Tomaten auch an kühlen Tagen draußen zu lassen. Wenn ich allerdings eine Pflanze, die noch im Topf ist und die Nächte drinnen verbracht hat daneben stelle, zeigt sich der Unterschied: Die Pflanzen, die nur tagsüber draußen waren, haben sich besser entwickelt. Ich werde im nächsten Jahr wieder so früh aussäen und die Pflanzen dann recht bald in große Töpfe setzen. In den Garten kommen die Pflanzen dann ganz traditionell nach den Eisheiligen, aber das werden dann schon hohe und kräftige Pflanzen sein.

Stichwort Mittelgebirge

Ich war mir nicht sicher, ob Nordhessen überhaupt als Mittelgebirge gilt und habe mal gegoogelt. Laut Wikipedia ist ein Mittelgebirge eine Landschaft, die nicht so hoch ist wie ein Hochgebirge, aber höher als eine Hügellandschaft, also quasi das was so in der Mitte ist. Diese Abstufung Hügelland – Mittelgebirge – Hochgebirge war mir so echt nicht klar. Umringt von Kellerwald, Knüllgebirge und Hohem Meißner, bezeichne ich meinen Garten nun einfach mal als Mittelgebirgsrand :-)

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