Tomaten anbinden: Schnüre statt Spiralstangen

In diesem Jahr verwende ich zum ersten Mal Schnur, um Tomatenpflanzen anzubinden. Bisher hatte ich die klassischen Spiralstangen verwendet und konnte mir nicht vorstellen, dass eine einfache Schnur eine ausgewachsene und schwere Tomatenpflanze halten kann. Aber es geht! Es ist viel flexibler und einfacher als mit Spiralstangen.

Meine Tomatenpflanzen wachsen rund ums Haus verteilt in großen Kübeln. Die Spiralstangen geben zwar den Tomaten guten Halt, aber sie haben bei mir zwei Nachteile.
(1) Die Spiralstangen selbst haben im Kübel zu wenig Halt.
(2) Sobald sich der Haupttrieb der Tomate teilt, brauche ich eine zweite Stange.
Für beide Probleme gibt es Lösungen, aber mit jedem weiteren Schritt wird die Sache komplizierter. Natürlich kann ich in jeden Kübel eine zweite Spiralstange stecken. Bei 20 Kübeln sind das dann gleich 20 zusätzliche Stangen. Muss das wirklich sein?

Durch Corona und Klimawandel sind Themen wie Nachhaltigkeit und Schonung von Rohstoffen mehr ins Bewusstsein gelangt. Einerseits baue ich Gemüse selbst an, damit weniger Lebensmittel um die halbe Welt transportiert werden, aber dann kaufe ich statt Tomaten Spiralstangen, die sicher auch nicht aus regionaler Produktion sind. Gibt es keine andere Lösung?

Im letzten Jahr hatte ich eine Holzkonstruktion gebaut, um die Spiralstangen in der Höhe Halt zu geben. Nun lasse ich die Spiralstangen einfach weg und binde eine stabile Paketschnur am Querbalken fest und winde sie um die Tomaten. Das klappt viel besser als diese störrischen Spiralstangen! Wenn sich zwei Triebe zu nahe kommen, dann lenke ich einen davon weiter zur Seite. Wenn ich einen zweiten Trieb an der Pflanze belassen will, binde ich eine weitere Schnur fest. Es ist so einfach! Dieses Jahr war es ein Experiment. Es funktioniert so gut, dass ich im nächsten Jahr für alle Kübel einen Querbalken montiere, und versuche, ganz ohne Stangen auszukommen.

6 Gedanken zu “Tomaten anbinden: Schnüre statt Spiralstangen

  1. Ha! Mega! Genauso habe ich es dieses Jahr auch gemacht, zum ersten Mal, mit genauso einer lustigen Holzkonstruktion. Klappt prima! Ich hatte auch das Problem mit den Spiralstangen im Kübel. Dein Beitrag hätte 1zu1 von mir sein können 😎

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    • Hey cool! So „erfinden“ zwei Gärtner völlig unabhängig voneinander die gleiche Lösung ;-) Stimmt, die Holzkonstruktion ist noch etwas lustig – aber sehr hilfreich. Leider reicht sie nicht für alle Tomatenkübel. Ich überlege einen stabilen Draht zu spannen. So ähnlich wie für Spalierobst.

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  2. Ja, man probiert herum, und das ist das Schöne am Garteln.
    Ich habe die Samen der russ. Tomate gesät und drei Stück sind aufgegangen, allerdings sind sie noch kleiner als die übrigen.

    Festgebunden werden die Tomaten bei mir mit Draht, der immer an Ort und Stelle aufbewahrt wird, an den Taubenspikes. Als Stock nehme ich abgeschnittene Forsythie oder von einem anderen Strauch.

    Lässt du ZWEI Triebe in die Höhe wachsen? Ich knipse einen Seitentrieb immer weg, damit die Tomaten am verbleibenden Trieb größer werden.

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    • Die Geiztriebe breche ich ab. Aber wenn sie schon recht groß sind teilen sich die Tomaten oft in zwei Haupttriebe. Da bringe ich es meist nicht übers Herz einen davon abzuschneiden. Manchmal passiert es auch, dass ich einen Geiztrieb übersehe und er „plötzlich“ schon richtig groß ist und sogar Blüten hat… Ja, ich kenne die Aussage, dass die Tomaten dann kleiner bleiben. Andere wiederum schreiben, das wäre alles Unsinn, es ginge nur um den gewerbsmäßgen Anbau und es sei einfach nur ein Platzproblem, das gar nichts mit der Tomatenpflanze zu tun habe.
      Vielleicht mache ich im nächsten Jahr einfach genau dies als Experiment. 4 Pflanzen einer Sorte gleichzeitig aussäen und bei zweien konsequent alle Seitentriebe entfernen (auch wenn’s schwerfällt) und die beiden anderen dürfen wachsen. Ich bin gespannt auf die Ernte!

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      • Wenn ich überlege, habe ich das „Wissen“ um das Kleinerbleiben von Tomaten, deren Stöcke nicht ausgegeizt werden, auch nur vom Schwiegervater übernommen. Es kann durchaus sein, dass das nur ein Platzproblem ist. Ich habe leider einen Doppeltrieb schon ausgebrochen. Einen anderen habe ich noch. Mal sehen – das wird ein Platzproblem ;).

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      • Solche Ideen kann man im Garten meist nur ein-übers-andere Jahr ausprobieren. Das macht den Vergleich schwierig. Letztes Jahr ging es allen Pflanzen gut, trotz Doppeltrieb. In diesem Jahr hätte es vielleicht einkleinwenig vor der Krautfäule geschützt.
        Oft entdecke ich einen zweiten Haupttrieb auch nicht sofort – und wenn er schon mal da ist und Blüten hat, dann finde ich die Chance auf eine größere Anzahl an Tomaten verlockender als die Größe jeder einzelnen Tomate.

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