
Im nächsten Frühjahr möchten wir die große Wiese neu gestalten. Dabei steht allerdings eines der Hochbeete im Weg. Ein normales Beet lässt sich einfach umgraben oder einebnen. Bei Hochbeeten geht das nicht ganz so einfach. Ich weiß nicht, ob wir tatsächlich der einzige Garten sind, der ein Hochbeet auch einmal umbauen oder verlegen muss, aber ich kenne bisher nur Berichte über den begeisterten Aufbau eines Hochbeetes.
Begeistert sind wir von den Hochbeeten auch. Nicht nur die Höhe ist angenehm zum Arbeiten. Es ist auch die einzige Methode für ein Gemüsebeet ohne Giersch. Aber nun denn, es hilft nix, das Hochbeet braucht einen neuen Platz. Behalten wollen wir es natürlich – nur eben an anderer Stelle.
Ein Hochbeet ist zu schwer, um einfach so mit zwei, drei Leuten verschoben zu werden. Es muss also eine andere Methode her. Die Lösung ist eine Art Dreisprung:
– Ich baue ein neues Hochbeet.
– Die Erde vom aktuellen Beet kommt in das neue Beet.
– Der Holzkasten das alten Hochbeetes wird verschoben und neu befüllt.
Der Winter ist eine gute Zeit für den Neubau. Ja, es ist kalt und wird früh dunkel. Ich teile mir die Arbeit eben auf mehrere Tage ein, aber zumindest ist das Beet abgeerntet und ich muss kein Gemüse umpflanzen. Der örtliche Baumarkt verschenkt Einwegpaletten und allerlei Bauholzreste. Das neue Hochbeet besteht also fast ausschließlich aus Recycling. Nur die Teichfolie und ein paar starke Winkel muss ich neu kaufen. Alles andere ist gebrauchtes Holz, das eine neue Aufgabe bekommt.
Nachdem ich den neuen Holzkasten an einer passenden Stelle aufgestellt habe, fange ich an die Erde schubkarrenweise von einem ins andere Beet zu bringen. Ich muss nur aufpassen beim Ausschaufeln des alten Beetes die Teichfolie nicht zu beschädigen.

Jetzt sehe ich endlich einmal, wie es nach zwei Jahren im Innern eines Hochbeetes aussieht. Wie weit sind die groben Bestandteile verrottet? Wie lebendig ist es in der Erde?
Ehrlichgesagt bin ich etwas enttäuscht. Die groben Holzstücke sind nicht verrottet und die Erde, die ich heraus schaufele, sieht genauso aus, wie die Erde, die ich vor zwei Jahren eingefüllt habe.
Zum Glück ist das alte Hochbeet recht klein. Als es halb leer ist, lässt sich der Holzkasten anheben und zur Seite stellen. Es fühlt sich an, als hätte ich zwei neue Beete gebaut. Eines ist ganz neu entstanden und das alte hat einen neuen Standort.

