Rasenmähen als Baustein der Permakultur – So lassen sich zwei Aufgaben in einem Rutsch erledigen

Es ist Dienstag und seit mittlerweile fünf Tagen regnet es nicht mehr. Für das Frühjahr 2021 ein unfassbar langer Zeitraum. Tag für Tag knattern nun die Rasenmäher in den umliegenden Gärten. Heute war meiner dran. In den letzten Jahren war Rasenmähen oft eine eher mühsame Pflichtaufgabe. Durch die Beschäftigung mit der Permakultur sehe ich das Mähen des Rasens mittlerweile eher als „Produktion von Mulchmaterial“.

Permakultur heißt für mich nicht, dass ich den Garten planiere und neu anlege. Auch nicht, dass es nur noch Gemüsebeete gibt. Aber vieles, was ich über Permakultur lerne, ist so überzeugend, dass ich es Stück für Stück in den vorhandenen Garten einbaue. So auch mit dem Rasenmähen.

Bisher war „Rasenmähen“ eine isolierte Arbeit. Gefolgt von der ebenfalls isolierten Aufgabe „Entsorgung des Rasenschnitts“. Für den Komposthaufen war die Menge zu groß und zu feucht. Ich brachte also einen großen Teil davon zur Kompostanlage. Nun ist es ein miteinander verzahntes Konzept: Ich mähe den Rasen, damit ich Mulchmaterial für Tomatenkübel und Gemüsebeete bekomme. Die Kompostanlage entfällt, weil ich den Rasenschnitt endlich sinnvoll verwenden kann. Ich verwende die Dinge, die im eigenen Garten vorhanden sind, wo immer möglich weiter. Ein kleiner erster Schritt zur Kreislaufwirtschaft. Ja, ich bin jetzt länger mit Rasenmähen beschäftigt, weil ich den Rasenschnitt gleich weiterverarbeite, aber dafür sind am Ende des Tages alle Aufgaben erledigt.

Ich behaupte nicht, den perfekten Permakulturselbstversorgergarten zu haben. Aber vielleicht ist das genau gut so. Manche Beispiele und Anleitungen sind so perfekt, dass ich gar nicht damit anfange. Stattdessen picke ich mir aus der Welt der Permakultur das heraus, was zu mir passt und was ich schaffe umzusetzen.

5 Gedanken zu “Rasenmähen als Baustein der Permakultur – So lassen sich zwei Aufgaben in einem Rutsch erledigen

  1. Schön zu lesen, dass es noch andere so machen, wie ich 😃 Alles oben drauf. „Gewendet“ wird bei mir, wenn ich nach gut einem Jahr die Komposterde im Frühjahr aussiebe. Trockenes und Verschimmeltes bildet dann mit dem groben Rest einfach die neue Basis. Aber wichtig ist wahrscheinlich trotzdem, dass eine Mischung entsteht: Garten- und Küchenabfälle, Grobes und Feines …

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  2. Im Nachhinein hab ich mich noch gefragt, warum du deinen Grasschnitt nicht einfach auf den Komopost geworfen hast. Wir kompostieren nicht nur den regelmäßigen Rasenmähergrasschnitt, sondern sogar das hohe Gras, das einmal im Jahr gemäht wird. Das funktioniert entgegen aller Behauptungen, die diesbezüglich so im Umlauf sind, bestens ;-). Gibt top Komposterde, innerhalb eines Jahres, wenn es gut regnet sogar schneller. :-)

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    • Ich habe das immer mal wieder ausprobiert, aber selbst wenn ich „nur“ eine 10 Zentimeter dicke Schicht auf den Kompost gebe, bildet sich RuckZuck darunter Schimmel. Ganz egal, ob es der geschlossene Thermokomposter oder die offene Herbstlaubgitterbox ist.
      Ich vermute, dass ich zu wenigen sonstigen Garten/Küchenabfall produziere. Vielleicht müsste ich auch täglich wenden, bis der Rasenschnitt trocken und verteilt genug ist. Aber einfach draufwerfen funktioniert leider nicht.

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      • Das ist aber genau das, was wir machen: Einfach immer oben drauf werfen. Fertig.
        Ich denke, wir haben nicht mehr Küchenabfälle als andere Haushalte und wir wenden nie. Viel zu viel Arbeit! Ich impf das anfangs an mit so halb verrottetem aus dem Vorjahr an, das kommt mitten rein, und dann einfach jeden Grasschnitt, Beikräuter, die ich aus den Blumen- und Gemüsebeeten entferne, alles immer oben drauf.
        Den Rest erledigen die Komposttierchen. Natürlich wird das Gras gelb und matschig und je nach Regenlage auch mal in der Mitte weißschimmelporenstaubig, wei die Feuchtigkeit fehlt. Spätestens beim nächsten Regenschauer erledigt sich das wieder von selbst.
        Das ist alles Teil des ganz normalen Verrottungsprozesses. Wie soll der auch anders aussehen?
        Und im nächsten Jahr haben wir super Erde! Aus bestimmt 90 % Grasschnitt.
        Vielleicht ist das das Geheimins – das wir nicht nachschauen ;-).

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