Das Abenteuer ein eigenes Gartenbuch zu schreiben

Im Januar erscheint das Best-of von Uhles Gartengedanken als Buch. Was im Bücherregal so einfach und selbstverständlich erscheint, ist hinter den Kulissen ein weiter und abenteuerlicher Weg.

Den Blog gibt es mittlerweile seit fünf Jahren. Dabei sind über 400 Beiträge entstanden. Weshalb nicht das Best-of des Blogs zusammenfassen und als Buch veröffentlichen? Die Texte sind doch schon fertig – so dachte ich. Ich muss sie nur passend sortieren, die schönsten Fotos auswählen und ein Inhaltsverzeichnis hinzufügen.

Diese Rohfassung aus vorhandenen Texten und schönen Fotos ist mittlerweile ein Jahr alt. Seitdem sind zwei verschiedene Textverarbeitungsprogramme darüber hinweggefegt und ich habe gelernt, wie viele Fehler auch die besten Programme übersehen. Das, was bei einem einzelnen Blog-Beitrag kein Problem ist, geht bei einem Buch plötzlich gar nicht:
Mal Präsens, mal Perfekt und viel zu selten das schriftsprachliche Imperfekt.
Ein Beitrag der 3 Jahre alt ist, hat auf dem Blog ein Datum und jeder kann sehen, was seitdem passiert ist. Im Buch verwirrt es, wenn das Frühlingskapitel Pflanzen und Beete kennt, die erst im Sommerkapitel gepflanzt werden. Aber alles chronologisch anordnen und dafür in jedem der 40 Kapitel eine andere Jahreszeit aufzuschlagen verwirrt noch mehr.
Wortkreationen wie „verwolken“, „vielbuntig“ oder gar „überhauptkeinbisschen“ werden plötzlich zum Ziel von Rechtschreibdiskussionen.
„Plötzlich“ wird als Wiederholung markiert und mit dem dringenden Wunsch versehen, doch darauf zu verzichten oder ein Synonym aus der Liste „hastig, unerwartet, jäh, heftig, blitzartig“ zu verwenden.

Während ich also im Herbst an der mittlerweile 5. Rohfassung des Textes saß, (es muss „fünfte“ heißen, Zahlen bis zwölf werden ausgeschrieben) höre ich im Büro und in der Familie beliebig oft den Satz „Da könnte ich ein ganzes Buch darüber schreiben“. Also Leute, ich kann euch sagen, macht das gerne, aber es ist ein weiter Weg.

Einen klassischen Verlag für das erste Buch zu finden ist mindestens so abenteuerlich und langwierig wie das eigentliche Schreiben des Buches. Ich wäge lange ab – und entscheide mich schließlich dafür, mein Buch ohne Verlag zu veröffentlichen. Das Buch ist trotzdem in jeder Buchhandlung und im Internet erhältlich.

Nach der siebten Version der Rohfassung muss ich dann alleine entscheiden, ob das Buch fertig ist oder nicht. Anfangs erschreckte mich diese Verantwortung. Ich durchstöbere zahlreiche Blogs und verfolge die Arbeit anderer Autoren, die ebenfalls ohne einen klassischen Verlag veröffentlichen. Dabei lerne ich Dinge über Layout und Buchsatz, von denen ich anfangs nicht einmal wusste, dass ich sie nicht wusste.

Nun sind alle Bausteine beisammen: Text, Fotos, Buchsatz, Cover, Klappentext, ISBN. Das Abenteuer „Buch“ hat sein erstes Ziel erreicht. Ab Januar ist das Buch dann im Handel erhältlich. Viel Spaß beim Lesen der gesammelten Gartengedanken!

Uhles Gartengedanken das Buch: Der Blog für erdige Gartenhände.

4 Gedanken zu “Das Abenteuer ein eigenes Gartenbuch zu schreiben

    • Vielen Dank liebe Natalie!
      Ich bin noch nicht sicher, ob das Selfpublishing besser ist… Ersteinmal bedeutet es, dass ich Korrektorat, Lektorat und Drucksatz selbst machen musste. Ja, man kann das alles auch Beauftragen. Aber ob ich das als unbekannter Autor mit Buchverkäufen je an Einnahmen wieder erzielen würde? Da habe ich lieber selber noch ein elfundzwanzigstes Mal nach Tippfehlern und falschen Verbformen gesucht. Nun bin ich gespannt darauf, das Endergebnis selbst zum ersten Mal in Händen zu halten. Hoffentlich ist alles so, wie es sein soll. Oder habe ich doch das Cover auf dem Kopf hochgeladen? Die Seiten aus versehen rückwärts nummeriert? Nach Seite 14 eine Leerseite zu viel und alle Angaben im Inhaltsverzeichnis sind falsch?
      Was hat Dir an der Veröffentlichung mit einem Verlag den Spaß einer Wiederholung verdorben?
      Viele Grüße, Uhle

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      • Hallo Uhle,
        Es ist einfach viel schiefgelaufen. Es ist ein kleiner Verlag, hauptsächlich eine Druckerei, die das Verlegen nebenher machen. Die Frau, die das Buch unbedingt verlegen wollte, hat kurz vor dem Erscheinen aus privaten Gründen aufgehört zu arbeiten und ihr Bruder interessiert sich für das Wohl und Wehe meines Buchs für mein Gefühl überhaupt nicht, vielleicht tu ich ihm da unrecht.
        Verkauft wird, was ich selbst verkaufe.
        Das hat den Vorteil, dass ich daran verdiene, während wir für das in den Läden verkaufte ich erst etwas sehen werde, wenn die Herstellungskosten drin sind- vermutlich nie.
        Das Korrektorat und Lektorat war unbefriedigend und zu dem Zeitpunkt hätte ich aus der Sache aussteigen sollen, habe das aber nicht realistisch genug gesehen, war vielleicht auch zu verliebt in das Projekt „eigenes Buch“..
        Das Cover dagegen ist wundervoll. Ich verwende es daher auch als Avatar.
        Von deinem Buch bestelle ich jedenfalls schon mal ein Exemplar vor ;), wenn du magst, im Tausch gegen einen eher mäßig lektorierten Roman, in dem ein Garten eine große Rolle spielt und ein Igel über das Cover läuft.
        Natalie

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      • Guten Morgen Natalie,
        Das ist wirklich ärgerlich mit Deinem Buch. In solch einem Projekt steckt so viel Arbeit und dann mangelt es an den Randbedingungen bei den letzten Schritten. Ob es vielleicht die Möglichkeit gibt, dass der Verlag die Rechte an Dich zurückgibt und Du es doch selbst herausbringst? Wenn sie so wenig Interesse daran haben?
        Die Idee mit dem Buchtausch finde ich toll! Ja, lass uns das machen. Ich habe als Veröffentlichungstermin den 4. Januar eingetragen. Ich hoffe, dass ich zu diesem Termin dann auch meine eigenen Exemplare bekomme. Magst Du mir die Adresse per mail an Uhle-im-Garten (at) web.de schicken? Dann schicke ich ein Exemplar für Dich los, sobald meine Bücher da sind.
        Viele Grüße, Uhle

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