Mein erster Pfirsichbaum: Kernechter vom Vorgebirge

Lange habe ich gezögert. Lange fürchtete ich mich vor den Spätfrösten. In diesem Frühjahr habe ich endlich einen Pfirsichbaum gepflanzt. Nach zwei Apfelbäumen, die schon vor mir in meinem Garten waren und zweien, die ich selbst gepflanzt habe, wage ich mich nun an einen Pfirsichbaum. Bei den Apfelbäumen hatte ich den Eindruck, bei der Auswahl nicht viel falsch machen zu können. Abgesehen vom Moor und dem Hochgebirge wachsen Apfelbäume in Deutschland überall. Der Apfel war für mich ein guter Einsteiger-Baum.

Für den Pfirsichbaum bin ich erneut in die Baumschule Pflanzlust nach Wolfhagen gefahren. Die Beratung ist dort so kompetent und freundlich, dass ich den Weg gerne in Kauf nehme. Außerdem wachsen die Bäume dort tatsächlich vor Ort. Wenn ich also einen Baum kaufe, dann kennt der bereits das nordhessische Klima. Und die Gärtnerinnen kennen ihre Bäume vom täglichen Miteinander und nicht nur aus der Computerkartei des Großhändlers. Das alles macht die Pflanzlust für mich unschlagbar.

Daher habe ich mir auch gar nicht erst im Internet eine bestimmte Pfirsichsorte ausgesucht. Stattdessen war ich gespannt, welche Sorten es bei der Pflanzlust wohl gibt und welche davon zu mir und meinem Garten passt. Als erstes habe ich gelernt, dass gelb- und weißfleischige Pfirsiche zwar unterschiedlich aussehen, aber nicht die einen fruchtig und saftig sind (gelb) und die anderen so eher etwas langweilig (weiß). Tja, was man sich halt so denkt, wenn man Pfirsiche nur aus dem Supermarkt kennt. Nach einem ausführlichen Austausch über Vor- und Nachteile von früher zu später Blüte und Ernte, habe ich mich für einen „Kernechter vom Vorgebirge“ als Sorte und „Spalier“ als Wuchsform entschieden.

In meinem Garten ist der Bauerngarten mit einer Sichtschutzweide der wärmste Platz. Wenn es während der Blüte doch einmal eine frostige Nacht gibt, die den Pfirsich bedroht, kann ich über Sichtschutzweide, Spalier und den ganzen Baum ein schützendes Vlies hängen. Auch dass ich den Baum im Frühjahr gekauft und gepflanzt habe, war eine gute Wahl. Der Baum wäre ja auch in der Baumschule weiter gewachsen. Aber nun gewöhnt er sich schon seit dem Frühjahr an das Spalier.

Reife Pfirsiche am BaumDas tollste aber ist, dass ich sogar schon ernten kann! Ich hatte den Baum mit einigen grünen Früchten gekauft. Aber ich wurde gleich gewarnt, dass der Umzug für den Baum so stressig ist, dass er die Früchte wahrscheinlich abwerfen werde. Hat er nicht. Er fühlt sich offensichtlich wohl bei mir. Alle paar Tage ist nun einer der Pfirsiche reif. Die Früchte sind genau wie beschrieben. Auf der Sonnenseite rot. Auf der Schattenseite gelblich grün. Innen durchgehen saftig und lecker. Jeder einzelne Pfirsich ein Fest!

Im nächsten Jahr reicht die Ernte dann vielleicht schon für einen Kuchen…

 

2 Gedanken zu “Mein erster Pfirsichbaum: Kernechter vom Vorgebirge

  1. Ich habe auch einen. habe ich mir dieses Jahr von meiiner ehemaligen Nachbarin ausgraben dürfen, weil sie in eine Wohnung mit Balkon gezogen ist. Eine Blüte hatte ich dran gelassen, weil ich wussen wollte, wie der schmeckt. Die anderen hatte ich, zu Gunsten des Anwachsens, alle gekappt. Ich muß sagen, daß ich bis dahin nicht wußte, daß Pfirsiche so gut schmecken können!

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    • Ja, es ist schon erstaunlich wie groß die Unterschiede zwischen reifem Obst und dem Supermarktobst sind. Für die Pfirsichmarmelade musste ich bisher auch Obst kaufen. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Jahren dann auch einmal „echte“ Pfirsiche nehmen kann ;-)

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