Schwarze Johannisbeeren: Absenker

Vor 2 Jahren habe ich mehrere „Absenker“ angelegt. Dabei wird ein Zweig so weit nach unten gebogen, dass er den Boden berührt. An der Stelle mit Bodenkontakt wird der Zweig mit einem Stein oder einem Zelt-Hering befestigt und so mit Erde bedeckt, dass die Triebspitze aus der Erde herausschaut. Das klingt komplizierter als es ist. Ich habe mich mal an einer Skizze versucht.

Diese Konstruktion lässt man einfach 2 Jahre in Ruhe. In dieser Zeit bilden sich am eingegrabenen Teil des Zweiges Wurzeln. Nach dieser Zeit wird der Kontakt zur Mutterpflanze durchgeschnitten und man hat eine völlig neue Pflanze. Es dauert zwar 2 Jahre, ist also für kurzfristigen Bedarf an neuen Pflanzen ungeeignet, ist aber völlig einfach und problemlos: Ast umbiegen und eingraben, zwei Jahre Ruhe, neue Pflanze ausgraben. Bei der ganzen Aktion aus Rückschnitt und Umbau habe ich nun auch zwei aus den Absenkern gewachsene Pflanzen ausgegraben. Daher sieht das Beet nach dem Umbau so leer aus. Es fehlen nicht nur die alten Zweige und das Unkraut, sondern auch die Absenker.

Die Absenker bekommen nun neben dem Rhabarber eine neue Heimat. Letzten Sommer habe ich noch gedacht, das Staudenbeet sei quasi die Königsklasse des Gartens, weil so viele Dinge wie Höhe, Farbe, Blütezeit bedacht und aufeinander abgestimmt werden müssen. Mittlerweile ist mir klar, dass es im Obst- und Gemüsegarten nicht einfacher ist. Es ist eine Herausforderung aus der Vielzahl an Verlockungen in Ratgebern und Zeitschriften und den eigenen Wünschen und Träumen herauszufinden, was man tatsächlich braucht und auch kann. Ich merke, wie mein Garten im Laufe der Jahre immer klarer wird. Weniger „Ganzjahresbeete mit mediterraner Vielfalt und Folgesaat“ sondern klare und einfache Dinge, die am Ende des Jahres dafür immer noch so aussehen, wie ich es geplant habe. Ich möchte Johannisbeergelee? Ich brauche 10 Büsche Johannisbeeren. Ich möchte Ratatouille? Ich brauche die Gemüseauslage des REWE Marktes. So einfach ist das.

Die 10 Büsche Schwarze Johannisbeeren habe ich mit den beiden Absenkern nun zusammen. 2017 war die Ernte verheerend gering, aber im Prinzip sind meine 10 Büsche eine gute Menge für einen Jahresvorrat an Gelee.

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