Frühling . . .

Der 2. Februar ist genau die Mitte zwischen der Wintersonnenwende und der Tag-Nacht-Gleiche am 21. März. Die Kelten feierten an diesem Tag den Frühlingsanfang. Was haben „die Kelten“ – wer auch immer das so ganz genau war – bloß in dieser Eiseskälte gefeiert? Astronomisch gesehen, macht dieser Tag Sinn: Wenn die Wintersonnenwende und der Tag der tiefsten Dunkelheit „Mittwinter“ genannt werden, dann ist „Winter“ die Zeit vor (6 Wochen) und nach (6 Wochen) eben diesem Mittwinter und nicht wie der heutigen Rechnung, nur die Zeit nach der Wintersonnenwende (12 Wochen danach).

Die letzten beiden Winter sind ja eher so irgendwie ausgefallen, aber in diesem Jahr wird wieder einmal klar, was eigentlich mit Winter gemeint ist: Erbarmungslose Kälte für Menschen ohne Zentralheizung und Daunenjacken. Gerade bei den zweistelligen Minustemperaturen der letzten Wochen, habe ich mich oft gefragt, wie frühere Generationen diese Zeit aus Dunkelheit und Kälte, in der sie ohne frische Lebensmittel auskommen mussten, überstanden haben. Welche Bedeutung hatte also dieser „Frühlingsanfang“ für die Kelten? Ich vermute, dass es viel mehr um den astronomischen Zusammenhang ging: Die Tage sind wieder länger. Das Licht kehrt zurück! Das aktuelle Wetter war vielleicht gar nicht so sehr das Thema bei Imbolc, wie das keltische Frühlingsfest auch genannt wird.

Ist es nicht erstaunlich, dass sich zu einer Zeit als der Winter noch eine existenzielle Bedrohung war, die Menschen schon über ein nur ein nur symbolisches Näherkommen des Frühlings freuen konnten? Wir dagegen schauen mürrisch auf die Wetter-App des Smartphones, anstatt einfach aus dem Fenster zu schauen, und beschweren uns, dass immer noch Schnee liegt. Ja, es liegt Schnee und es ist kalt aber ich wette, dass wenn es im nächsten Januar dann vielleicht 10 Grad warm ist, die Menschen genauso mürrisch verkünden, dass der Klimawandel uns alle ruinieren wird.

Ich hatte in den letzten Jahren jeweils zahlreiche Gedanken zum Frühling notiert – aber immer wenn ich im folgenden Jahr danach arbeiten wollte, passte nichts davon. Im Herbst ist es für mich nicht so entscheidend, ob ich die Äpfel eine Woche früher oder später ernte, aber im Frühling geht es darum, den richtigen Moment für den Anfang nicht zu verpassen – oder zumindest nicht allzusehr. Ganz vieles passiert dann plötzlich auf einmal und kaum sind die wesentlichsten Dinge erledigt, ist es schon Frühsommer und die Notizen sind nur notdürftig hingekritzlelt. Ich möchte daher in diesem Jahr den keltischen Frühlingsanfang auch ganz bewusst als den Start für meine persönlichen Frühlingsnotizen nutzen.

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