Das erste Heu von der eigenen Gartenwiese

Seit Jahresanfang habe ich zwei Flächen der Gartenwiese gar nicht mehr gemäht. Dort hat sich eine blühende Wiese entwickelt. Nachdem nun selbst der Wiesen-Pippau verblüht ist, wird es Zeit, die Wiese irgendwie zu kürzen. Am einfachsten wäre ein Rasenmäher mit einer Schnitthöhe von 15 Zentimetern (gibt es so etwas?) oder eine echte Sense. Beides habe ich nicht. Ich versuche es daher mit einer Sichel als Sensenersatz.

Nach einer Stunde abwechselnd hektischer und ansatzweise gleichmäßig schwingender Bewegungen sieht die Wiese eher gerupft als geschnitten aus. Mein Arm wird sich für die ungeübte Arbeit sicherlich mit Muskelkater bedanken.

Vom Profi in Sachen Heu bin ich also noch einige Gartenjahre entfernt. Aber irgendwie muss man ja mal anfangen. Den Nachmittag habe ich nun Youtube-Videos über das Sensen angesehen. Einerseits sieht es beim Könner spielend leicht aus. Andererseits wird auf die vielen Voraussetzungen hingewiesen, die unbedingt erfüllt sein müssen: Eine auf die individuelle Größe eingestellte Sense; ein für die Wiese passendes Blatt; erst dengeln, dann schärfen; schärfen alleine reicht nicht.

Die Menge Heu reicht bei unseren drei Meerschweinen nicht einmal für eine Woche. Solche Erlebnisse machen mir sehr deutlich klar, welche Leistungen Bauern vor hundert Jahren (oder sind es gerade einmal fünfzig?) noch per Hand vollbracht haben. Damit wäre fast jeder „moderne“ Mensch überfordert. Da nutzt weder eine schicke PowerPoint-Präsentation noch das angesagteste iPhone. Über Achtsamkeits-Retreats in der Toskana schüttelt man nach einem Tag Heuernte mit der Sense sicherlich nur noch unverständig den Kopf.

3 Gedanken zu “Das erste Heu von der eigenen Gartenwiese

  1. Ich sichel auch unsere „Wiese“. Die hat aber auch nur 2 qm, aber ich bin ganz zufrieden. Zurück bleibt zwar auch ein Stoppelacker, aber die Erfahrung aus dem letzten Jahr hat gezeigt, dass man nach zwei, drei Wochen (bei der Hitze gerade wahrscheinlich etwas länger) davon fast nichts mehr sieht.

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    • Bei 2 Quadratmetern bleibt außer sicheln auch kaum anderes übrig, oder? Ich habe eine ähnlich kleine Fläche neben dem Hochbeet, die regelmäßig verwildert, weil der Rasenmäher sich dort nicht wenden lässt. Dort werde ich demnächhst auch einmal zur Sichel greifen!

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