Unkraut zu verkaufen!

Wieder bekomme ich bei der Pflanzenbörse im Botanischen Garten Kassel eine schöne und große Standfläche zugewiesen. Es ist alles sehr unkompliziert und bodenständig hier. Die Aussteller bauen halt einfach auf: Jeder so wie er mag und kann. Die Besucher sind dann irgendwann einfach da: Kein Eintritt, kein Hundeverbot. Das mag ich sehr an dieser Pflanzenbörse. Am Vorabend hatte es noch heftig gewittert, aber abgesehen von einem kräftigen Schauer beim Aufbau hält das Wetter. Für meine Pflanzen ist ein bisschen Regen kein Problem und ich selbst stelle mich auch in der Regenjacke an meinen Stand, aber die Besucher wären wohl bei Dauerregen zu Hause geblieben.

Ich biete erneut Sommerblumen, Wildpflanzen und Gartenschilder an. Ein kleines und übersichtliches Sortiment. Da ich alles neben dem Bürojob und der Tomatenaufzucht mache, beschränke ich mich auf die wenigen Dinge, die ich schaffe umzusetzen. Passend zum Gartenschild „Tomaten“ habe ich zwar auch ein paar Pflanzen dabei, aber das ist mehr Dekoration. Ich weiß vom letzten Jahr, dass es mindestens 5 Stände mit je 10 bis 20 Sorten Tomaten gibt. Für Tomatenauswahl ist also bereits bestens gesorgt und ich biete Dinge an, die es an den anderen Ständen nicht gibt.

Die Sommerblumen (Schwefel-Cosmea und Zinnie) gehen fast alle weg und auch bei den Wildpflanzen (Wegwarte, Pyrenäen-Storchenschnabel, Ruprechtskraut) verkaufe ich gut. Immer wieder fragen Besucher, ob das die gleichen Pflanzen seien, die sie im eigenen Garten als Unkraut herausreißen. Daher überlege ich schon scherzhaft, mich auf Unkraut zu spezialisieren und im nächsten Jahr ein Hinweis „Unkraut zu verkaufen“ über den Stand zu hängen. Während die Gartenschilder im letzten Jahr gar nicht verstanden wurden, wird mittlerweile schon darüber gesprochen. Ich bin gespannt, wie viele Jahre es noch dauert, bis ich das erste davon verkaufe.

Als echte Neuerung teile ich mir in diesem Jahr den Stand mit meiner Frau Jana, die ihre selbstgenähten Taschen und Kissen anbietet (Facebook: Taschenfreundin). Sie hatte lange überlegt, welche genähten Produkte aus Stoff es geben könnte, die für Gärtner interessant sind. Doch schließlich hat sie einfach alle ihre Sachen, an denen sie zurzeit arbeitet, mitgebracht und es zeigte sich, dass dies genau die richtige Strategie war. Am Ende des Tages hat sie einen wesentlich höheren Umsatz als ich und ist begeistert von ihrem Debüt als Pflanzenbörse-Ausstellerin.

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