Das Schleppdach

In den heißen Sommertagen habe ich ein Gartenhäuschen aufgebaut. Nachdem die Wände standen und das Dach montiert war, gab es wieder so viele andere Dinge zu tun, dass ich bisher noch nicht dazu gekommen bin die Dachpappe aufzulegen und die Tür einzusetzen. Inzwischen mahnt nicht nur Herr Rilke sondern auch die Wettervorhersage, dass ich zumindest mit der Dachpappe mal so langsam voran machen muss. Ich beschließe, das Häuschen bei dieser Gelegenheit noch um ein selbst konstruiertes Schleppdach zu ergänzen. Einerseits kommt damit etwas mehr Struktur und Ordnung in den Garten. Andererseits steht mein schöner, neuer Pflanztisch dann nicht im Regen. Es frage mich übrigens bitte niemand, was genau ein „Schleppdach“ ist. Ich habe es immer für eine seitliche Dachverlängerung gehalten, aber inzwischen habe ich bei Wikipedia nachgelesen und weiß nun weniger als zuvor.

Ich beginne damit aufzuschreiben, was ich so glaube alles zu brauchen und stelle mich darauf ein noch das ein oder andere Mal zusätzlich zum Baumarkt fahren zu müssen, um vergessenes oder Dinge, von denen ich jetzt noch nicht weiß, dass ich sie brauche, zu kaufen. Ich möchte zwar das Dach verlängern und mit Dachpappe eindecken, aber ich muss trotzdem mit dem Fußboden anfangen. Als erstes begradige ich die Fläche neben dem Häuschen und lege dort Betonplatten aus. Ich lege die Platten einfach auf eine stabile Unkrautfolie. Die Platten können ruhig etwas uneben sein und müssen nicht für die Ewigkeit halten. Daher spare ich mir die Arbeit mit einer Unterkonstruktion. Als nächstes kommen zwei neue Pfosten neben die neuen Platten.

Das Schleppdach selbst baue ich dann aus Nut- und Feder-Brettern. Das eine Ende befestige ich mit einem Kantholz auf dem Dach. Das andere Ende liegt ebenfalls mit einem Kantholz quer auf den neuen Pfosten auf. Um der Konstruktion mehr Stabilität zu geben, habe ich auf halber Strecke die Bretter mit einem weiteren Kantholz verbunden. Bei den ersten Brettern wirkte alles noch recht wacklig, aber als alle Bretter festgeschraubt sind, macht es einen soliden Eindruck.

Nun also endlich die Dachpappe über alles. Dabei merke ich schnell, dass mein neues Schleppdach sogar stabiler ist als das recht einfache Häuschen. Ich hatte lange überlegt, welches Gartenhaus ich möchte und wo ich es aufstellen soll. Das lange Abwägen und Planen hat sich gelohnt: Das Häuschen ist absolut groß genug, es erfüllt seinen Zweck und mit dem selbstgebauten Schleppdach habe ich eine überdachte Abstellfläche.  „Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr“ schreibt Rilke in seinem Gedicht „Herbsttag“. Also mein kleines Gartenhäuschen ist vielleicht nicht unbedingt das Haus, an das Rilke dachte und ich habe es auch nicht völlig neu gebaut, aber zumindest deutlich ergänzt und ein Stück winterfester ist es auch geworden. Nun können die nasskalten Herbsttage kommen. Ich habe mein Häuschen und im Wohnzimmer steht der Kaminofen bereit.

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