Die Liebermann-Villa am Wannsee

In diesem Jahr habe ich mich sehr auf die Tomaten konzentriert und habe außerdem das Thema „Schreiben“ ganz neu entdeckt. Dadurch sind andere Dinge etwas in den Hintergrund geraten, obwohl sie mir durchaus wichtig sind.

Am letzten Wochenende konnte ich nun eines der Themen, nachholen, die bisher zu kurz gekommen sind und das aber ein wichtiger Gegenpol zur Fokussierung auf den eigenen Garten und das Schreiben darüber ist: Ein Garten-Ausflug, um neue Ideen zu sammeln, zu sehen wie andere ein Thema angehen, nicht jede gute Lösung selbst entwickeln zu müssen und auch einmal ein Stückweit einfach nur zu Genießen und mal nichts selbst machen zu müssen.

Der Maler Max Liebermann hat 1909 ein Seegrundstück am Wannsee in Berlin gekauft und dort ein Haus mit Garten gebaut. Das Grundstück ist sehr langgestreckt mit dem Haus etwa in der Hälfte der Fläche, so dass es ganz natürlich einen Bereich hinter dem Haus und einen Bereich vor dem Haus gibt. Hinter dem Haus, ein großer, formaler Nutz- und Blumengarten. Vor dem Haus, zum See gewandt ein „Flaniergarten“.

Mir geht das Herz auf, als ich diese wunderschön strukturierten und gepflegten Flächen sehe. Selbst wenn ich den ganzen Tag nur Zeit für den Garten hätte, wäre es eine Herausforderung eine Fläche so zu gestalten. Umso mehr ist es mir eine Freude dies hier genießen zu können. Für meinen eigenen Garten nehme ich mit, mehr Augenmerk auf das Blumenbeet zu legen und die Fläche für Gemüse strenger zu gestalten. Ich stelle immer wieder fest, dass gegen Ende der Saison besonders die Gemüsebeete aus den Fugen geraten sind. Allein in diesem Teil des Gartens könnte ich Stunde um Stunde verbringen und jedes einzelne Detail genießen.

Auf der Vorderseite des Hauses ist aus der größeren Hälfte des Grundstückes ist ein „Flaniergarten“ aus Blumenterrasse, großer Wiese, von hohen Hecken umgebenen Gartenzimmern und einem kleinen Birkenhain gestaltet. All das mündet in einen See-Pavillon mit Bootssteg.

Liebermann sagte, dass er all das mit der Malerei aus nur 2 Jahren erschaffen konnte. Eine Leistung auf die er zu Recht stolz sein konnte.

Meine 3 Highlights im Liebermann-Garten:

  • Die Bank am Ende des Nutzgartens
    Hier wird auf einen Blick die ganze Welt des Nutzgartens deutlich: Sinnvoll angelegte Nutzbeete in Kombination mit ästhetischen Staudenbeeten.
  • Das Gärtnerhaus
    Es ist ziemlich winzig und ich habe zur Zeit viel mehr Platz zum Leben, aber wenn ich nichts mehr machen müsste als einen Garten pflegen, würde ich es sofort nehmen.
  • Der Weg durch die Birken
    Als Liebermann das Grundstück erwarb, gab es dort bereits einen kleinen Birkenhain. Dieser wurde dann nicht einfach gefällt oder angepasst, sondern der geplante schnurgerade Weg führt mitten durch die Birken hindurch. Weg und Spaziergänger passen sich dem Garten an. Eine wirklich innovative Lösung!

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