Mein erstes Jahr als Kartoffelbauer

Nach drei Wochen zeigt sich dann grünes Leben und ich fülle weitere Erde nach. Anhäufeln, wie der Kartoffelkenner sagt. Nach dem zweiten Anhäufeln sind Kübel und Wannen voll. Mir bleibt nun kaum mehr als Warten. Dabei stelle ich mir jedes Mal, wenn ich an dem mobilen Beet vorbeikomme neue Fragen: Haben die Kartoffeln genug Erde? Sind die Pflanzabstände groß genug? Dringt noch Regen in die Erde, obwohl die Kübel hoch aufgehäufelt sind? Ich habe zahlreiche Anleitungen für den Kartoffelanbau gelesen. Einige davon verbreiten mehr Sorge als Zuversicht. Aber es gibt auch hoffnungsvolle Anleitungen. Wenn diese zutreffen, brauche ich jetzt nur noch auf die Ernte warten. Ich bin gespannt! Blaue Kartoffeln auf dem Teller, das wird auf jeden Fall ein besonderes Essen werden!
Wieder einige Wochen später wird aus der Lücke mit den Kartoffelkübeln ein gemeinsamer Urwald aus Rosen, Kartoffeln und Hibiskus. Einige der durch den Garten wandernden Wegwarten gesellen sich ebenfalls dazu. Mich überrascht, wie hoch und vielarmig die Kartoffelpflanzen wuchern. Zudem liefern sich die Rosen mit den Kartoffelpflanzen wohl ein Wettrennen. Um nicht völlig den Überblick zu verlieren, rücke ich die Mörtelwannen weiter nach vorne und verteile die Pflanzkübel neu. Die Mörtelwannen stehen jetzt vor den Rosen und die Kübel teilen den größer gewordenen Platz neben den Rosen unter sich auf. Einige Wegwarten haben den Umzug der Mörtelwannen gar nicht gut überstanden. Doch um Wegwarten muss ich mir keine Sorgen machen. Die sind zäh und inzwischen in meinem Garten fest beheimatet.
Die Kartoffelpflanzen schießen so sehr in die Höhe, dass ich sie wie Phlox und Rittersporn mit Stützen versehen muss. Sogleich fallen mir weitere Fragen ein: Ist es normal, dass Kartoffeln so hoch und gakelig werden? Bekommen sie im Wettstreit mit den Rosen zu wenig Licht?
Nun denn, es ist ein Experiment und in einigen Wochen werde ich schlauer sein. Noch immer hoffe ich auf eine bunte Ernte. Vielleicht reicht es nicht für einen Wintervorrat, aber ich bin gespannt auf Farbe und Geschmack der verschiedenen Sorten. Mit all den Erfahrungen dieses Jahres kann ich dann im nächsten Jahr neu starten.


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4 Gedanken zu “Mein erstes Jahr als Kartoffelbauer

  1. Ich stecke immer überall keimende Kartoffeln rein.
    Zur Not auch drinnen in die Blumentöpfe.
    Ich hab dieses Jahr vier Pflanzen dtei davon steckte ich mitte April lange vor den Eisheiligen.
    Den Nachzügler irgendwann Ende April.
    Saatkartoffeln hab ich noch nie gehabt.
    Und ich warte immer bis das Kraut trocken ist.
    Meistens hab ich eh mehr als nur Kartoffeln mit in den Töpfen.
    Zumal ich nur einen Balkon habe.

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    • Ich mache auch immer wieder die Erfahrung, dass Pflanzen viel anpassungsfähiger sind als die Lehrbücher beschreiben. Bei den Kartoffeln war ich besonders vorsichtig, weil ich davor noch gar keine Erfahrung damit hatte. Das Argument für die Saatkartoffeln ist, dass man dann besondere Sorten gezielt aussuchen kann. Gerade solche Sorten, die es kaum oder gar nicht im normalen Handel zu kaufen gibt. Aber mittlerweile würde ich auch normale Kartoffeln nehmen, die gerade keimen und gut so.

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      • Ich kann mir doch auch die Kartoffeln kaufen die ich haben will und keimen lassen.
        Und schon einen Kartoffelkäfer auf den Kartoffeln entdeckt?
        Ich sah lange keinen mehr, aber ich wohne ja auch in Hamburg und habe Kartoffeln auf dem Balkon.

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      • Na klar, Hamburg. Ich vergesse manches mal, dass ich in der Kleinstadt lebe. Hier ist es schon schwierig die gelbfleischigen Annabelle und Maya zu bekommen. Von Heiderot oder der Blauen Anneliese ganz zu schweigen.

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