Der Tag, an dem das Corona-Virus mir die Kompostierung beibrachte

Lange Zeit waren durch Corona viele Geschäfte geschlossen. Auch die Kompostanlage am Stadtrand zählte in diesem Fall zu „Geschäften“. Wohin nun mit dem Rückschnitt der Rosen (geht ja noch) und des Sommerflieders (das sind ziemliche Mengen)? Obwohl ich seit einigen Jahren intensiv im Garten arbeite, fällt mir das Kompostieren immer noch schwer. Was soll auf den Kompost? Wie ist das mit dem Umsetzen? Muss ich auch Thermokomposter umsetzen? Was mache ich, wenn einfach nichts passiert, außer, dass die Pflanzen auf dem Kompost welk werden? In der Theorie gibt es dafür vielfältige und passende Antworten. In der Praxis gelingt mir mittlerweile recht viel – bis auf das Kompostieren.

Blick in einem halb mit Grünschnitt gefüllten ThermokomposterJetzt im Frühjahr fallen große Mengen an Grün-„Abfällen“ an. Von der Permakultur habe ich gelernt, dass es Unsinn ist, Dinge, die im Garten gewachsen sind und dort Nährstoffe verbraucht haben, aus dem Garten heraus zu schaffen und danach im Gartencenter neue Pflanzen und neuen Dünger zu kaufen. Und zwar egal, ob es nun Gemüse, Unkraut oder Rasenschnitt ist.

Am Wochenende war großes Rasenmähen dran. Zum (fast) ersten Mal in diesem Jahr. Normalerweise sammele ich alles an Grünschnitt auf meiner persönlichen Sammelstelle neben dem Haus. Dort stehen schon der zerkleinerte Rückschnitt von Rosen, Apfelbaum und Sommerflieder. Außerdem ein voller Sack Unkraut mit Wurzeln, Blüten und Samen aus dem Staudenbeet.

Blick in einem halb mit Grünschnitt gefüllten ThermokomposterMittlerweile ist die Kompostanlage wieder offen und ich könnte alles zusammen auf den Anhänger packen und mich in die lange Schlange der Gartenbesitzer einreihen. Doch die Kombination aus Kennenlernen der Permakultur und dem sonderbaren Corona-Zustand führt zu neuen Gedanken. Corona ist nicht nur blöd, sondern regt dazu an neue und kreative Wege zu gehen. In meinem Bürojob sind binnen Wochen Lösungen möglich, die sonst Jahre gedauert hätten. Und, es sind alle mit den gefundenen Lösungen zufrieden. So nervig, die Einschränkungen auch sind, sie führen zu neuen Ideen!

Bisher habe ich mich nicht getraut, Unkraut zu kompostieren. Ich habe ausschließlich Küchenabfälle oder harmlose Blätter verwendet. Aber nun denke ich mir, schlimmer als schief gehen kann es nicht. Und dann könnte ich ja mein gesammeltes Unkraut immer noch zur Kompostanlage fahren. Ich habe einen Gierschgarten. Die einzigen Flächen ohne Giersch sind das Hochbeet und die gepflasterte Terrasse. Wenn ich Giersch, Vogelmiere und Löwenzahn mitsamt Wurzeln auf den Kompost werfe, was kann im schlimmsten Fall passieren? Ich habe Giersch in der Komposterde, die ich unter den Johannisbeerbüschen verteile. Ähm, ja und? Da wächst sowieso Giersch!

OK, dann also „Corona-Kompost“! Ich nehme einen leeren Thermokomposter und packe schichtweise fechten und trockenen Grünschnitt hinein: Unkraut vom Jäten des Staudenbeetes, Sägespäne, Rasenschnitt, zerkleinerte Rosenranken. Deckel drauf. Fertig. In einem halben Jahr komme ich wieder…

Ein Gedanke zu “Der Tag, an dem das Corona-Virus mir die Kompostierung beibrachte

  1. Ich zerkleinere meine Gartenabfälle auch und mische sie unter unfruchtbare Erde. Nur den Rosenschnitt entsorge ich in der Bio- oder Restmülltonne.

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