Bei allen Tomaten, die an Stäben oder Schnüren wachsen, reicht es, die Geiztriebe alle paar Tage zu kontrollieren und auszubrechen. Was aber mit einer Buschtomate, deren Ziel es ist ein Busch zu werden und deren Seitentriebe zum Großteil bleiben dürfen? Da müssen kräftigere Maßnahmen ergriffen werden!
Solange die Pflanzen noch klein sind, sehen sie aus wie Stabtomaten und ich kann mir gar nicht vorstellen, dass es im Jahr zuvor ein arges Gewirr war. In den ersten Wochen bilden sich dann die ersten kräftigen Seitentriebe. Ich achte von Beginn an darauf, nur drei bis vier dieser Hautseitentriebe stehen zu lassen. Gelegentlich entferne ich auch kurze Geiztriebe. Aber es ist einfach nicht vorhersehbar, welche und wie viele Seitentriebe sinnvoll sind und was weg muss.
Die Buschtomaten entwickeln sich von Woche zu Woche zu immer neuer Vielfalt. Zur Halbzeit der Tomatensaison lichte ich die Buschtomaten daher aus, wie einen alten Obstbaum. Ich habe verschiedene Strategien ausprobiert und das Auslichten ist bisher die erfolgreichste.
Ja, es gehen einige grüne Tomaten dabei verloren. Doch wenn ich die Buschtomaten wuchern lasse, ist es zur Erntezeit ein kaum durchdringbares Gewirr. Die Früchte sind dann zwar reif, aber ich finde längst nicht alle. Oder mir brechen bei der Ernte mehr Triebe ab, als ich gezielt herausgeschnitten hätte.

