Salbei: Erntezeit für Erkältungstee

Bei dem Stichwort „Selbstversorgung“ denke ich zuerst an lange Reihen von Gemüsepflanzen und mit Einmachgläsern gefüllte Kellerregale. Erst auf den zweiten Blick wird mir bewusst, dass es mit Gewürzen und Heilpflanzen einen Bereich gibt, bei dem die Selbstversorgung sogar deutlich leichter fällt als bei Gemüse und Obst. Jetzt ist gerade für zahlreiche Pflanzen die passende Erntezeit. Pfefferminz, Johanniskraut, Zitronenmelisse, Salbei. Um nur die aufzuzählen, die in meinem Garten wachsen.

Salbei officinalis als Pflanze im GartenHeilpflanzen enthalten stark wirksame Substanzen. Gerade deshalb sind es heilende Pflanzen. Die Inhaltsstoffe von Wirsing oder Äpfeln sind auch wertvoll, doch in erster Linie sind sie nahrhaft. Heilpflanzen sind genauso wirksam, wie die Arzneimittel aus der Apotheke und müssen entsprechend sorgsam verwendet werden. Ich verwende eine Pflanze nur, wenn ich aus verlässlicher Quelle weiß, wie sie wirkt und in welchen Fällen ich sie verwenden kann. Für den Salbei habe ich in „Mein Heilpflanzengarten“ von Rudi Beiser nachgelesen. Das Buch kombiniert ein kurzes und knappes „Diese Pflanze ich gut für…“ mit fundierten Kenntnissen zu Pflege und Ernte der verschiedenen Heilpflanzen. „Salbei wirkt entzündungshemmend, antibakteriell und zusammenziehend, deshalb sehr heilsam zum Gurgeln und Spülen bei Entzündungen in Mund und Rachen.“*  Wer mehr über das „Wie und weshalb wirkt die Pflanze?“ wissen möchte, dem empfehle ich die Bücher von Ursel Bühring.

Blatt einer SalbeipflanzeIn meinem Garten habe ich beim Einzug einen alten Salbei-Strauch vorgefunden und seitdem bin ich ein Salbei-Fan! Allein schon die Pflanze an sich finde ich beeindruckend. Die samtenen Blätter und der im Laufe der Jahre knorrig werdende Busch sehen einfach toll aus. In einem strengen Winter (ja, die gab es einmal…) ist der Strauch erfroren und ich musste ihn mit einem neuen Pflänzchen ersetzen. Am Anfang kein Vergleich zum ursprünglichen Strauch, aber im Laufe der Jahre ist auch dieses Pflänzchen alt und knorrig geworden. Ich habe nur einen diesen einzigen Salbeistrauch. Doch der reicht aus, um den Salbei für die Winter- und Erkältungszeit zu liefern. Ich schneide einige Zweige und lasse sie kopfüber an der Luft trocknen. Für meinen persönlichen Vorrat reicht das aus und ich muss mir keine Gedanken über Dörrtemperaturen und ähnliches machen. Wenn die Blätter vollständig trocken sind, zupfe ich sie ab und bewahre sie in einem passenden Glas auf. Rascheltrocken. Ein tolles Wort, das ich erst durch den Garten und die Heilkräuter kennengelernt habe. Ich weiß nicht, ob die trockenen Blätter lichtempfindlich sind. Daher stehen sie bei mir in einem Schrank.


* Rudi Beiser: „Mein Heilpflanzengarten“, Ulmer Verlag 2012.

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