Pizzatomaten – Die Tomatensaison für den Wintervorrat nutzen

In einem normalen Garten kann man nie zu viele Tomaten haben. Nach der Ernte stellt sich eher die Frage „Welches der zahlreichen Rezepte, die ich seit der Aussaat gesammelt habe, werde ich heute ausprobieren?“. Die Klassiker unter den Antworten sind dann Soße, Pesto, Mark. Ich möchte heute ein Rezept vorstellen, das ich noch nicht zigfach auf anderen Blogs gelesen habe. Ich habe es in der letzten Saison getestet und war sehr zufrieden damit: Pizzatomaten für den Winter vorbereiten!

Mittlerweile gibt es Tomaten das ganze Jahr zu kaufen. Sie schmecken zwar nicht wie die eigenen – das tun sie schon im Sommer nicht – aber ab und an mag man eben doch Tomaten verwenden. Eine meiner liebsten Verwendungen für Tomaten ist Pizza. Ganz egal, ob ich gekaufte Tiefkühlpizza aufpeppe oder eine selbst gemachte belege. Tomaten gehören einfach dazu. Im letzten Sommer kam ich dann auf die Idee, Tomatenscheiben auf Vorrat zu schneiden und einzufrieren. Ich gebe zu, es klingt etwas absurd, aber eigentlich ist es einfach und praktisch.

Wann immer ich überzählige Tomaten habe, schneide ich sie in Scheiben. Die Tomatenscheiben kommen in eine Tiefkühldose. Je breiter und flacher sie ist, desto besser. Die einzige Herausforderung, die es zu meistern gilt, ist die Frage, wie die Tomatenscheiben wieder aus der Dose herauskommen. Dafür müssen sie Scheiben irgendwie voneinander trennbar sein. Ich nutze dafür dünne Plastikfolie*, die ich nach jeder Lage Tomatenscheiben in die Dose lege. Nun kann ich je nach Bedarf, einzelne Tomatenscheiben entnehmen und für die Pizza verwenden. Und immer sind es meine eigenen Tomaten, erntefrisch und aromatisch.

Alles, was sich nicht in gerade Scheiben schneiden lässt und nicht zum sofortigen Aufessen gedacht ist, wird mit etwas Karotte, Zwiebel und Sellerie zu Soße verarbeitet. Ebenfalls als Vorrat für die Tiefkühltruhe. Ich habe lange überlegt, ob ich Soße oder Mark herstelle. Tomatenmark wäre praktischer. Es lässt sich vielfältiger verwenden und braucht weniger Platz in der Gefriertruhe. Ich habe allerdings kein Rezept gefunden, das mich wirklich überzeugt hat. Entweder wird Soße über sehr lange Zeit zu Mark geköchelt oder die überschüssige Flüssigkeit wird mit einem Leinentuch abgepresst. Aber mal ehrlich, wer hat solch ein Leinentuch und wie bekomme ich es danach wieder sauber? Auch ist es mühsam vorher Haut und Kerne zu entfernen. Das sind alles keine Alltagsrezepte, die auch noch funktionieren, wenn man berufstätig ist, oder einen langen Gartentag hinter sich hat.

Bei der langen Kocherei stört mich außerdem der Energieverbrauch. Erst gieße ich die Pflanzen täglich und regelmäßig, damit aus Wasser und Sonne Tomaten werden, und dann füge ich drei Stunden Strom hinzu, damit das Wasser wieder vertrieben wird? Ich vermute sehr, dass großtechnische Betriebe diesen Arbeitsschritt wesentlich effizienter bewältigen.

Das Allerbeste am Sommer ist natürlich die Tomaten gleich aufzuessen. Wann immer das nicht gelingt, habe ich für mich zwei einfache und schnelle Methoden gefunden, auch im Winter und Frühjahr noch eigene Tomaten genießen zu können.

 

* Ja, ich weiß, Plastik ist böse. Gleichzeitig frage ich mich, wie diejenigen Tomaten hergestellt werden, die außerhalb der Tomatensaison verkauft werden. Also alles von September bis Mai. Wenn ich die Ökobilanz meiner Tomatenscheiben betrachte, sieht das bis auf die Plastikfolie zum Einfrieren gar nicht so schlecht aus: Anzucht auf der Fensterbank, Wachstum im Freiland, Gießen mit Regenwasser, Ernte persönlich, händisch und lokal.

5 Gedanken zu “Pizzatomaten – Die Tomatensaison für den Wintervorrat nutzen

  1. Ich koche die Tomaten ein als „Grundsoße“, die ich dann mit Hack, Thunfisch oder einfach mit Gemüse, Kapern oder Oliven aufpeppe. Als Napoli-Soße ist sie übrigens genauso gut wie als Pizzabelag. Ich habe einen großen Topf mit 17 Liter Inhalt. Er ist zu Beginn gut halb gefüllt, im Lauf von mindestens eineinhalb Stunden Kochzeit wird es dann weniger, dafür die Soße schön sämig.
    In so großen Mengen lohnt es sich auch, so lange am Herd zu stehen. Und dann wecke ich die Soße in kleineren und größeren Gläsern und Flaschen ein, so dass ich für unterschiedliche Anlässe und Gerichte immer die passende Menge habe. Das Schöne daran: Der Keller braucht keinen Strom und ich kann den Platz im Eisschrank für Lebensmittel nutzen, die ich eingekocht nicht so gern mag oder bei denen das nicht so gut möglich ist.
    Übrigens: für Sirup und andere Sachen, die abgeseiht werden müssen, habe ich mir einfach ein Paket Mullwindeln zugelegt. Die werden nur für Lebensmittel verwendet und können auch in die Kochwäsche, wenn es denn mal absolut nötig ist…

    Liebe Grüße, Annuschka

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    • Hallo Annuschka
      Ja, so einen Topf habe ich auch. Das ist mein Marmeladentopf. Aber warum ihn nicht auch für Tomaten nehmen. Wenn ich nur EINMAL Soße einkoche, dann ist es wirklich OK, Strom und Zeit dafür zu verwenden. Die fertige Soße weckst Du dann noch ein? So richtig mit Weck-Gläsern und Kochen? Oder füllst Dur nur heiß ab?
      Liebe Grüße, Uhle

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      • Guten Morgen, ja genau. Einfach nur heiß abfüllen, da hab ich denn doch Bammel, dass die viele Soße nicht so lange hält. Also kommen die Gläser oder Flaschen (gibt es auch von Wecker, sieht hübsch als Geschenk aus😉) noch für eine halbe Stunde in den Ofen oder den Einkochautomat. Je nachdem,wie viel es geworden ist.
        Liebe Grüße, Annuschka

        Liken

  2. Hallo Uhle!
    Danke für die Anregung!
    Ich koche kleingemixte Tomaten (also Tomatensaft) ein. Nach dem Einkochen setzt sich das Fruchtfleisch oben ab, sodass man dieses bei Bedarf abnehmen kann. Die fast durchsichtige Flüssigleit kann man ganz schnell in einer Pfanne oder einem weiten Topf reduzieren.
    Für Pizza nehme ich im Winter nur selbstgemachte Tomatensoße. Die Scheiben gibt es dann wieder im Sommer.

    Liebe Grüße, sibylle von miteigenenhaenden

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    • Liebe Sybille
      Das ist ja praktisch, dass sich Fruchtfleisch und „Brühe“ von alleine trennen. Dann geht das Verkochen viel einfacher und schneller! Ich mache zwar eigene Marmelade aber fürs Einkochen fehlt mir bisher Ausrüstung und Erfahrung. Mal sehen, vielleicht kommt das ja noch. Gerade habe ich einen Mirabellenbaum im Feld entdeckt, der ich abernten darf. Dann hätte ich schon zwei Dinge, für die sich Einkochen lohnt.
      Viele Grüße, Uhle

      Gefällt 1 Person

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